ARD-alpha - Schulfernsehen


5

Experiment Verwandtschaft Das Tier in dir (3)

"Erfolgsmodell Mensch" - wir spüren Entwicklungslinien nach, zeigen aber auch, dass zuweilen der Zufall Pate stand, z. B. als die Saurier ausstarben, Säugetiere an ihre Stelle traten und schließlich den Menschen hervorbrachten.

Von: Aart Gisolf, Oliver Sandrock und Axel Wagner

Stand: 18.05.2012

Maus  (Computergrafik) | Bild: BR

Die Evolution macht den Menschen zu einer lebenden Verbindung mit der Vergangenheit des blauen Planeten. Besonders deutlich zeigen sich unsere tierischen Wurzeln an den Patenten der Natur, denen wir verdanken, an Land leben zu können.

Ohne Wasser kein Leben

Der Paläontologe Oliver Sandrock, der Mediziner Aart Gisolf sowie der Wissenschaftsjournalist und Biologe Axel Wagner untersuchen die evolutionäre Entwicklung vom Wasser- zum Landbewohner. Amphibien leben an Land, beginnen aber ihr Dasein im Wasser. Auch der Mensch ist zunächst ein Wasserwesen. Er entwickelt sich im schützenden Fruchtwasser, das ihn vor Austrocknung und Stößen bewahrt.

Das Skelett

Die Skelettanatomie des Salamanders erinnert an die des Menschen. Becken und Wirbelsäule werden auf ähnliche Weise stabilisiert. Alle Landwirbeltiere müssen die Schwerkraft ausgleichen. Auch der Mensch mit seiner aufrechten Wirbelsäule macht da keine Ausnahme. Letztlich beruht der aufrechte Gang des Menschen auf dem Erbe aus Amphibientagen.

Keratin: Das Erbe der Reptilien

Keratin ist ein Universalbaustoff, der sich sowohl in der Haut der Schlangen, den Krallen der Leguane als auch in Nägeln, Haaren und Haut des Menschen findet. Keratin schützt vor Austrocknung - wichtig für das Leben an Land. Die Gemeinsamkeiten von Menschen und Reptilien sind vielfältig. So häutet sich der Mensch zwar nicht wie die Schlange, erneuert aber in kurzen Abständen immer wieder die Hornschicht seiner Haut.

Perm - vor 300 Millionen Jahren: Reptilien und das Sonnenlicht

Vor 300 Millionen Jahren lebten auf der Erde große säugetierähnliche Reptilien. Die spitz zulaufenden Eckzähne des Menschen sind ein Erbe aus dieser Zeit. Diese Tiergruppe war gefürchtet. Über ein großes Rückensegel konnten sie ihre Körper mit dem Sonnenlicht erwärmen und so Energie tanken. Am Beispiel eines Leguans wird gezeigt, wie dieses System bei den heutigen Reptilien funktioniert. Mit seinem "Dritten Auge" kann der Leguan die Intensität der Sonnenstrahlung messen und seine Aktivität darauf einstellen. Beim Menschen gibt es ein ähnliches System: Die Zirbeldrüse im Gehirn regelt den Schlaf-/Wachrhythmus des Menschen.

Das Artensterben und die Dinosaurier

250 Millionen Jahre vor unserer Gegenwart beginnt auf der Erde ein gewaltiges Artensterben. Am Ende des Perm sterben fast 90 Prozent aller Meereslebewesen und circa drei Viertel aller Landbewohner. Als eine der möglichen Ursachen vermutet man extreme geologische Veränderungen auf der Erde. Ein Ergebnis dieser Veränderungen ist die Entstehung einer neuen Tiergruppe: der Dinosaurier. Auch die ersten Säugetiere entwickeln sich in dieser Zeit, spielen aber noch keine dominierende Rolle. Am Ende der Kreidezeit beendet ein Meteoriteneinschlag mit einem gewaltigen Ascheregen die Herrschaft der Reptilien. Nur wenige Arten überleben das Massensterben.

Die Säugetiere - Haare und Brustwarzen

Die Säugetiere überleben die globale Katastrophe und können sich nun über den Erdball ausbreiten. Das Spitzhörnchen hat eine große Ähnlichkeit mit den damals lebenden Säugetieren. Sein Fell ist ein Relikt aus der Dinosaurierzeit. Es ermöglichte den Tieren Nachtaktivität und schützte sie so vor den Dinosauriern. Auch der menschliche Embryo entwickelt in den ersten Lebensmonaten eine Behaarung am ganzen Körper, die Lanugo.


5