ARD-alpha - Schulfernsehen


3

Kinder Europas Wir kommen aus Zypern

Zyperngriechen und Zyperntürken liegen sich seit Jahrzehnten in den Haaren. 1974 wurde die Insel geteilt. Inzwischen kann die Grenze wieder passiert werden. Marianna und Mehmet entdecken bei einem Treffen viele Gemeinsamkeiten.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Monika Buscher

Stand: 07.06.2013

Mehmet und Marianna treffen sich wie ihre beiden Großväter an der Grenze | Bild: SWR

Viele Herren regierten auf Zypern

Zypern hat eine bewegte Geschichte. Erst nahm Alexander der Große die drittgrößte Mittelmeerinsel in Besitz, später kamen die Römer. Dann gehörte Zypern zum Byzantinischen Reich, wurde aber immer wieder von Arabern heimgesucht. Schließlich erschien der englische König Richard Löwenherz 1191 als Eroberer und verkaufte seinen Machtanspruch an die französische Adelsfamilie Lusignan, deren Nachfolge Venedig antrat. 1570/71 besetzten die Türken Zypern und nutzten es als Siedlungsgebiet. 1878 gab das Osmanische Reich die Insel an Großbritannien ab. Die Kronkolonie Zypern erhielt 1960 die Unabhängigkeit und wurde Republik.

Zypern wird geteilt

Türkische und griechische Bevölkerungsteile in dem neuen Staat begegneten einander von Beginn an mit Misstrauen. Griechische Zyprer forderten immer lauter den Anschluss der gesamten Insel an das "Mutterland". Ab Mitte der 1960er Jahre kam Zypern nicht mehr zur Ruhe und als 1974 die zyprische Nationalgarde mit Unterstützung des griechischen Militärregimes putschte, ließ die türkische Regierung Truppen landen und besetzte 37 Prozent der Insel. Später wurde die "Türkische Republik Nordzypern" proklamiert, doch die internationale Anerkennung blieb aus. UN-Soldaten mussten fortan die Demarkationslinie bewachen. Die Republik der Zyperngriechen wurde 2004 EU-Mitglied, 2008 Euro-Land.

Marianna und Mehmet träumen von der Wiedervereinigung

Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Anläufe zur Lösung des Zypern-Problems, doch trotz zäher Verhandlungen ist eine Einigung bislang ausgeblieben. Immerhin konnten die Beziehungen entkrampft werden, was sich positiv auf die Wirtschaftskontakte und den Grenzverkehr auswirkte. So kam es zur Begegnung von Marianna, die auf der griechischen Seite lebt, und Mehmet, der im türkischen Teil wohnt. Ihre Großväter vereinbarten ein Treffen, die Enkel durften sie begleiten. Marianna und Mehmet staunten über die Gemeinsamkeiten. Sie mochten die gleichen Spiele, schätzten dieselben Speisen und am Abend tanzten sie gemeinsam zu zypriotischer Musik. Nun hoffen sie auf eine Überwindung der Teilung.


3