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Eisenbahngeschichte Vom "Adler" zum ICE

Am 7. Dezember 1835 rollt erstmals eine Eisenbahn über Schienen in Deutschland. Die sechs Kilometer lange Fahrt von Nürnberg nach Fürth dauert neun Minuten. Technologische Innovationen folgen, die Bahn wird zum Wirtschaftsfaktor. Im Jahr 2000 wird der ICE 3 gefeiert, der bis zu 300 km/h erreicht.

Von: Reinhard Werner, ein Film von Hannes Meier

Stand: 24.02.2012

Vom "Adler" zum ICE | Bild: BR

Ein Bub ist mit seiner Schwester und seinem Onkel auf dem Weg von München nach Nürnberg. Sie wollen dort das Deutsche Bahnmuseum besuchen. Um sich auf die spannende Entdeckungstour einzustimmen, reisen sie mit dem ICE. Auf einigen Strecken, beispielsweise zwischen Ingolstadt und Nürnberg, rast der Zug mit 300 Kilometern pro Stunde. "Alles Computerarbeit", schwärmt der Onkel und erklärt, dass moderne Technik selbständig - gemäß Fahrplan - im Rahmen der Streckenführung beschleunigt, bremst und die über den ganzen Zug verteilten E-Motoren auf den Antriebsachsen steuert. Deshalb hat der ICE keine Lokomotive wie die alte "Adler"-Eisenbahn, die 1835 auf der Strecke zwischen Nürnberg und Fürth für Aufsehen sorgte.

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Die Geschichte der Eisenbahn beginnt in England. In den Bergwerken gab es bereits leistungsfähige Dampfmaschinen für Pumpen, als man 1804 begann, Dampfmaschinen auf Schienen zu stellen, um Kohle zu transportieren. Bald entstand die Idee, Pferdekutschen auf Schienen mit Dampfkraft zu bewegen, was zur Folge hatte, dass die ersten Personenzüge Kutschen ähnlich sahen. Sie wurden in der Tat auch abwechselnd von Pferden und Dampflokomotiven gezogen. Die "enorme" Geschwindigkeit von 30 km/h gab damals Anlass zu schlimmsten Befürchtungen.

Trotz aller Kritik – der Siegeszug der Eisenbahn war nicht mehr aufzuhalten. 1845, zehn Jahre nach der Jungfernfahrt der Lokomotive "Adler" auf der Strecke Nürnberg-Fürth, gab es in Deutschland ein Streckennetz von über 2.000 Kilometern. Der Bau der Bahnstrecken unter Umgehung größerer Höhenunterschiede - Lokomotiven waren anfangs nicht sehr leistungsstark -, die Errichtung von Bahnhöfen und vor allem der Bau der Fahrzeuge überforderte die finanzielle Leistungsfähigkeit der Unternehmer. Aktiengesellschaften entstanden, die Bevölkerung erwarb Anteile an der neuen Technik, die einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung bescherte.

Langsam, aber stetig, kam der Tourismus in Schwung. Auch die weniger begüterte Bevölkerung konnte nun Reisen unternehmen, und sei es "nur" in der 4. Klasse. Das waren Wagen mit einfachsten Holzbänken entlang der Seitenwände, der Rest stand für Gepäck und als Stehplätze zur Verfügung. Waggons der 1. Klasse boten dagegen Luxus pur: viel Platz auf Plüschsesseln, schwere Vorhänge, Speise- und Schlafabteile.

Die Sendung vermittelt einen anschaulichen Eindruck von der Entwicklung einfachster Dampfloks bis hin zu den Hochgeschwindigkeitszügen unserer Tage.


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