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Der 30-jährige Krieg (1) Vom Prager Fenstersturz bis zur Schlacht bei Lützen

Zwischen 1618 und 1648 verheert ein mörderischer Konflikt das Heilige Römische Reich Deutscher Nation: der 30-jährige Krieg. Ein Kampf um Glaube und Macht mit Millionen von Toten, Krankheit, Hunger, Elend, Gewalt und Verrohung.

Von: Simon Demmelhuber, Volker Eklkofer & Christian Sepp, ein Film von Katharina Putz

Stand: 04.01.2013

Darstellung einer Schlacht | Bild: BR

Am 21. Mai 1618 stürzen böhmisch-protestantische Adlige zwei verhasste Statthalter des katholischen Kaisers aus einem Fenster der Prager Burg. Diese zunächst lokale, ständisch-religiöse Auseinandersetzung bringt rasch ein gesamteuropäisches Pulverfass zur Explosion. Zwischen Katholiken und Protestanten entbrennt ein schon lange schwelender, erbitterter Streit, der sich zum Kampf der europäischen Mächte auf deutschem Boden ausweitet. Nacheinander greifen Spanien, die Niederlande, Dänemark, Schweden und Frankreich in das Geschehen ein. Die gegnerischen Mächtekonstellationen veränderten sich in dieser Zeit ebenso wie deren Kriegsziele. Da es keiner der Seiten gelingt, den Krieg dauerhaft militärisch für sich zu entscheiden, zieht sich das blutige Ringen 30 Jahre lang hin.

Kriegsschauplatz Bayern

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Unterlagen zum Download | Bild: colourbox.com zum Download Der 30-jährige Krieg Informationen für Lehrer und Schüler

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Als eine der führenden katholischen Mächte ist auch Bayern in die Kriegswirren verstrickt. Viele Spuren der Verheerungen und Kampfhandlungen haben sich bis zum heutigen Tag erhalten.

Weil sie mehr über die Ursachen und Folgen des 30-jährigen Krieges wissen wollen, machen sich die Schülerinnen Anna, Nadine und Mia in München auf die Suche nach Zeugnissen aus der Zeit des großen Mordens. Sie besuchen das Zeughaus, das einstige Waffenarsenal, in dem das Kriegsmaterial gelagert wurde. Dabei erfahren sie, dass alle Vorkehrungen vergebens waren. Denn obwohl die kaiserlichen Feldherren Tilly und Wallenstein anfangs Siege erringen und obwohl der bayerische Herzog die Stadt befestigen und in Alarmbereitschaft versetzen lässt, rücken die Schweden im Mai 1632 in München ein. Der schwedische König Gustav Adolf fordert ein immenses Lösegeld gegen das Versprechen, die Stadt zu verschonen. Als München die Summe trotz aller Anstrengungen nicht aufbringt, nimmt Gustav Adolf Geiseln, die bis zur vollständigen Bezahlung in Haft bleiben.

Hunger, Seuchen, Angst und Not

Tobias und Elsa, zwei "geisterhafte" Zeitzeugen aus der Zeit des 30-jährigen Krieges, steuern wertvolle Erinnerungen bei. Sie erzählen, was der Kampf um Macht und Religion für die einfachen Leute bedeutete: Hunger, Seuchen, Angst, Flucht, Not, Inflation und Mord waren an der Tagesordnung. Die Dörfer rings um München wurden verbrannt, die Menschen verfolgt und gequält, die Felder verwüstet und die Scheunen geplündert. Spekulanten verschärfen die Hungersnot, und als Gustav Adolf Kontributionen für die Verschonung Münchens fordert, müssen auch die Ärmsten der Stadt ihr letztes Hab und Gut hingeben.


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