ARD-alpha - Schulfernsehen


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Rückblende DDR 1989 Die letzte Wahl vor der Wende

Im Mai 1989 manipuliert die SED die Kommunalwahlen in der DDR und gibt oppositionellen Gruppen damit einen entscheidenden Mobilisierungsschub. Ein Kamerateam des "Westfernsehens" berichtet damals aus dem thüringischen Eisenberg, 20 Jahre später kehren die Journalisten in den Ort zurück.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Gerald Syring

Stand: 07.05.2012

Straßenszene in der DDR | Bild: picture-alliance/dpa

Eisenberg im Mai 2009: In der thüringischen Kleinstadt buhlen die politischen Parteien um Stimmen, bald stehen Kommunalwahlen an. Das Kamerateam, das dorthin gereist ist, interessiert sich jedoch für einen ganz anderen Urnengang: die Kommunalwahlen im Mai 1989, die letzten Wahlen vor der Wende in Ostdeutschland.

20 Jahre zuvor hat das gleiche Team hier in Eisenberg einen Film darüber gedreht - ohne zu ahnen, dass ein halbes Jahr später die Mauer fiel und die DDR ihrem Ende entgegen taumelte. Regimetreue Kontrolleure wachten damals über die Dreharbeiten.

Die umstrittenen Kommunalwahlen

Viele DDR-Bürger waren im Frühjahr 1989 unzufrieden, sie klagten über Gängelung, Versorgungsengpässe und Umweltschäden. Die ideologisch starre SED-Führung lehnte den Reformkurs Michail Gorbatschows strikt ab. In diesem Klima fanden am 7. Mai Kommunalwahlen statt. Wie üblich kam es zu Manipulationen, angeblich stimmten fast 99 Prozent für die Kandidaten der "Nationalen Front". Doch diesmal protestierten Oppositionelle offen und erhoben Einspruch. Es kam zu Demonstrationen, in Erich Honeckers "Arbeiter- und Bauernparadies" beschleunigte sich der Erosionsprozess.

Spurensuche 20 Jahre nach der Wende

Im Jahr 2009 sind die Autoren, die 1989 den Film über die Wahl in Eisenberg drehten, wieder vor Ort. Sie haben die Protagonisten von damals ausfindig gemacht und lassen sie erzählen, was sie heute über ihr Leben in der DDR denken und wie sie sich damals in ihrer "Nische" eingerichtet hatten.


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