ARD-alpha - Schulfernsehen


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Blum & Blümchen Gemüsepflanzen

Drei Pflanzen, drei Beispiele für regionales Wirtschaften in der Lebensmittelproduktion: Die Zwiebel, von den Römern nach Germanien gebracht, ist unser meistverzehrtes Gemüse. Zuckerrüben besitzen eine beachtliche Süßkraft und Kürbisse sind aus deutschen Küchen und Gärten nicht wegzudenken.

Von: Dr. Uwe Hampl, ein Film von Inka Friese, Simone Masarwah & Sine Maier-Bode

Stand: 20.04.2012

Ein Kürbis | Bild: colourbox.com

Zuckerrüben - heimische Süßungsmittel

Lange Zeit galt Zucker als besondere Köstlichkeit, in deren Genuss nur wenige Herrscher kamen. Erst als die englischen und spanischen Kolonialherren ab dem 16. Jahrhundert in Süd- und Mittelamerika Zuckerrohr anbauten, wurde das Produkt allmählich erschwinglich. Der Zucker, der heute in unseren Haushalten verwendet wird, ist Rohr- oder Rübenzucker. 1747 entdeckte nämlich der Apotheker Andreas Sigismund Marggraf, dass sich auch in der Zuckerrübe Saccharose befindet.

Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet die Wurzel vom Frühjahr bis zum Herbst einen dicken Körper aus, die Rübe. Der konzentrisch angelegte Rübenkörper hat einen hohen Gehalt an Zucker. Der im ersten Jahr gebildete Zucker dient als Energiereserve, um im zweiten Vegetationsjahr die Blüte auszubilden. Deshalb werden die Zuckerrüben bereits am Ende des ersten Vegetationsjahres geerntet.

In der Sendung wird gezeigt, wie in einer Zuckerraffinerie aus Rüben Zucker gewonnen wird. Nach dem Waschen laufen die Rüben auf einem Fließband zur "Schnitzelmaschine", die sie verkleinert. Dann werden die feinen Schnitzel mit heißem Wasser aufgesetzt. Der Zucker wird so ausgelöst, das Zuckerwasser wird gefiltert und eingekocht, bis sich Zuckerkristalle bilden.

Kürbis - wohlschmeckend und manchmal riesig

Die Frucht des Kürbis ist eine Beere. Die Kürbisbeeren gehören zu den größten Einzelbeeren des Pflanzenreichs. Als niederliegende Rankengewächse bilden die Pflanzen oft meterlange Äste, die am Boden kriechen. Hier wachsen die Früchte. An einem Ast befinden sich sowohl männliche (Staubgefäße) als auch weibliche (Fruchtknoten, Stempel) Blüten. Solche Pflanzen nennt man einhäusig.

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch die Bienen. Sie landen in der engen Blüte auf den zu einer Säule verwachsenen Staubgefäßen und am Stempel, wobei sie den Pollen übertragen und so die Blüte bestäuben. Es gibt über 100 verschiedene Kürbissorten. Riesenexemplare werden über 60 Kilogramm schwer. Kürbisse können zu vielerlei Speisen - von der Suppe bis zur Marmelade - verarbeitet werden.

Zwiebel - die "Jungfer mit den sieben Häuten"

Jeder, der schon einmal Zwiebeln geschnitten hat, weiß, dass man dabei meist "weinen" muss. Verantwortlich dafür ist das in den Zwiebeln enthaltene Senföl. Es ist gesund und verleiht den Zwiebeln ihre Schärfe und den typischen Geruch. Die Zwiebel ist ein umgewandelter, knospenähnlich gestauchter meist unterirdisch wachsender Spross. Die Blätter oder Schuppen sind ringförmig geschichtet. Hier speichert die Pflanze eine große Menge an Nährstoffen, damit im zweiten Jahr die Blüte ausgebildet werden kann. Deshalb werden die Speisezwiebeln bereits im ersten Jahr geerntet, wenn noch alle Nährstoffe enthalten sind. Es gibt aber auch Blumenzwiebeln. Sie werden im Herbst in die Erde gesteckt. Die sich im folgenden Jahr bildende Blüte "lebt" von den in der Zwiebel enthaltenen Nährstoffen.


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