ARD-alpha - Schulfernsehen


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Die Bestatterschule Eine Woche im Ausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt

Der Tod eines Angehörigen ist für die Hinterbliebenen eine schmerzliche Erfahrung. Sie müssen den Abschied verkraften und zugleich wichtige Formalitäten erledigen. Gut, dass es Profis gibt, die hilfreich zur Seite stehen.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Gregor Eppinger & Eva Simon

Stand: 14.09.2012

Ein Schüler der Bestatterschule zündet Kerzen an | Bild: rbb

Früher war der Tod ein Teil des Alltags. Wenn ein Mensch starb, kümmerten sich die Angehörigen um den Verstorbenen. Er wurde gewaschen, angekleidet, die Familie hielt zuhause die Totenwache und organisierte die Beerdigung. Heute leben die Jungen in Singlehaushalten und Kleinfamilien, die Alten in Senioren- und Pflegeheimen. Im Todesfall sind deshalb Bestattungsprofis gefragt. Ein Beruf mit Zukunft in einer krisensicheren Branche. Schon deshalb, weil in den kommenden Jahren in Deutschland die Zahl der Toten "dank" der geburtenstarken Jahrgänge deutlich steigen wird.

Eine einzigartige Schule

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Unterlagen zum Download | Bild: colourbox.com zum Download Die Bestatterschule Informationen für Lehrer und Schüler

Fakten, didaktische Hinweise, Literatur und Links zum Thema - alles was man für den Unterricht braucht. [mehr]

Janina, Tina und Kirsten sind Bestatter-Azubis. Nun zittern sie dem Höhepunkt ihrer Ausbildung entgegen: dem Lehrgang im Ausbildungszentrum Münnerstadt, Deutschlands einziger Bestatterschule. Hier lernen die "Spezialisten des letzen Weges", wie man mit den Angehörigen Verstorbener spricht, wie man Trost spendet, Traueransprachen hält. Sie erfahren alles über Urnen, Särge, Feuer- und Erdbestattung. Das gekonnte Ausheben des Grabes gehört ebenso zum Job wie das Vorbereiten der Särge und das Aufbahren der Toten. Dafür gibt es in Münnerstadt einen Lehrfriedhof und eine Übungskapelle.

Der Tod steht ihnen gut

Janina und die anderen Lehrlinge haben sich bewusst dafür entschieden, Bestatterfachkraft zu werden. Für sie ist es ein Traumjob, auch wenn sie sich manchmal dumme Witze anhören müssen oder gefragt werden, ob sie Leichenfreaks sind. Sie wissen genau, was später auf sie zukommt und stellen sich der Verantwortung. Sie werden Menschen trösten, die ihre Liebsten verloren haben - und dürfen als Profis die Trauer nicht in sich aufnehmen. Jeder Tote wird eine Herausforderung sein - ob es sich um Unfallopfer, Selbstmörder, Wasserleichen oder "friedlich Entschlafene" handelt. Sie werden sie herrichten und für eine stimmungsvolle Beerdigung sorgen. In der Freizeit wird die Trauermiene abgelegt, der Tod ist dann kein Thema mehr.


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