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Job im All So klappt die Astronauten-Bewerbung

Einmalige Arbeitskleidung, ein exklusiver Arbeitsplatz und jede Menge Ruhm - der Astronaut Alexander Gerst hatte auf der ISS einen ziemlich coolen Job. Lies nach, ob auch du Chancen hättest.

Stand: 13.11.2014

Astonauten Ausbildung | Bild: colourbox.com, Montage BR

Am 10. November ist Alexander Gerst von seinem ersten Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS zurück gekommen. Jahrelang hat er für seinen Einsatz trainiert und hat jede Menge Mitbewerber ausgestochen. Für die sechs Stellen bei der ESA hatten sich mehr als 8.000 Menschen aus ganz Europa beworben. Wir zeigen, was du als Astronaut mitbringen musst, und wie die Chancen stehen:

Wenn du Astronaut werden willst...

Richtiger Zeitpunkt

Die schlechte Nachricht: Eine Initiativbewerbung kannst du vergessen. Insgesamt gab es erst vier Bewerbungsprozesse, bei denen deutsche Astronauten ausgewählt wurden. 2008 war das letzte Mal. Es kann also noch gut zehn bis zwanzig Jahre dauern, bis neue Bewerber gebraucht werden. Die gute Nachricht: Du hast noch jede Menge Zeit, um im perfekten Alter zu sein. Denn das lag 2008 zwischen 27 und 37 Jahren.

Ausbildung


Ohne Studium kommst du nicht ins Astronautencenter der ESA. Germanistik reicht aber auch nicht. Es muss schon eher ein naturwissenschaftliches oder technisches Fach sein. Und Forschungserfahrung wäre gut. Schließlich musst du später auch Experimente wie dieses durchführen. Eine Pilotenausbildung und Erfahrung als Flugingenieur oder Testpilot sind bisher auch ein gutes Ticket ins All.

Soft Skills

Englisch ist verpflichtend. Aber wenn du auch Russisch fließend sprichst, bist du schon einmal gut weg. Immerhin sind das derzeit die Arbeitssprachen auf der ISS und werden es vermutlich auch bleiben. Interkulturelle Kompetenz ist gut. Schließlich arbeitest du international bei Missionen. In Zukunft könnten auch noch mehr Roboterkollegen dazukommen.

Medizinisch


Als Couchpotato wirst du nicht weit kommen. Nur fitte Leute dürfen auch ins All fliegen. Allerdings musst du auch nicht Marathonläufer oder Weltklassegewichtheber sein. Denn zu viele Muskeln bringen in der Schwerelosigkeit nur Nachteile. Brillenträger und Raucher haben leider auch keine Chance.

Charakter

Angst, wenn das Flugzeug bei Luftturbulenzen ruckelt? Tja, dann solltest du dich vom Astronautensein verabschieden. Schließlich ist allein der Flug ins All schon heftig. Der Astronauten-Job ist sowieso nicht ohne. Weltraumspaziergänge und Isolation sind immer eine Gefahr. Von etwas mehr als 500 Astronauten sind bisher 22 gestorben. Wer für Raumfahrtbehörden fliegt, sollte letztendlich auch ein bisschen medientauglich sein. Das gehört zum Job. Wenn du ein Referat nicht ohne Schweißausbrüche halten kannst, solltest du die Karriere abhaken.

Zukünftige Missionen

Im Moment hast du als Astronaut nur ein Ziel: die ISS. Aber bis die ESA das nächstes Mal Nachwuchs sucht, könnte sich das stark ändern. Die Raumstation hält nur bis 2028 durch. Ob es eine neue geben wird, ist nicht sicher. Aber die USA will beispielsweise einen Asteroiden einfangen lassen und viele Raumfahrtbehörden denken über Mars-Missionen nach. Und wenn das alles nicht klappt, gibt es hier noch zwei Alternativen:

Weltraumtourist oder Siedler

Wenn du nicht in den staatlichen Weltraumdienst kommst, schaffst du es vielleicht in Alternativprojekten. Zum Beispiel als Tourist. Einige Menschen sind schon mit Ticket ins All geflogen. Wenn du aber nicht steinreich bist, solltest du lieber warten, bis Linienflüge Realität werden - also noch mindestens ein Jahrzehnt. Die zweite Möglichkeit wäre Weltraum-Pionier auf dem Mars. Bei der Mission einer niederländischen Stiftung sollen Normalos eine Siedlung auf dem Planeten bauen. Ohne Rückflugtickets! Die Deadline hast du hier leider aber schon verpasst.  


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