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Les grandes dates de la science et de la technique La genèse des continents – Alfred Wegener et la tectonique

Die Theorie der Kontinentalverschiebung - Alfred Wegeners Modell der Erdentwicklung erklärt, wie vor Jahrmillionen die Festlandsmassen und Meere beim Zerbrechen des Urkontinents Pangäa entstanden.

Stand: 06.07.2012

Alfred Wegener | Bild: picture-alliance/dpa

Dass die Küstenlinien von Südamerika und Afrika gegengleich zueinander passen wie Nut und Feder, hatten schon Kartographen früh bemerkt. Auswerten und in eine schlüssige Theorie überführen konnten sie diese Beobachtung jedoch nicht. Das blieb dem Meteorologen, Polar- und Geowissenschaftler Alfred Wegener (1880 – 1930) vorbehalten.

Alte Theorien werden ausgemustert

Sendung in französischer Sprache

Durch seine Beschäftigung mit paläontologischen Arbeiten, wusste Wegener, dass entlang beider Küsten gefundene Gesteinstrukturen, Organismenreste und Fossilienfunde erstaunliche Ähnlichkeiten aufwiesen. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Wissenschaft diese Übereinstimmungen mithilfe einer verschollenen Landverbindung oder eines versunkenen Brückenkontinents erklärt. Wegener kannte die Theorie, hielt sie aber für wenig wahrscheinlich. Wie, so lautet seine Schlüsselfrage, hätte ein solcher Kontinent absinken können, da er doch zwingend leichter gewesen sein musste, als die die Unterlage auf der er schwamm? Das war physikalisch gesehen schlichtweg unmöglich.

Die Kontinente treiben auseinander

Daher plädierte Wegener für ein anderes Erklärungsmodell, das sowohl die Ähnlich der Küstenkonturen als auch die paläontologischen Befunde einbezog: Die Lage der Kontinente war nicht, wie bislang angenommen, unveränderlich. Die Kontinente waren beweglich, große Kräfte hatten sie im Lauf der Erdgeschichte entlang einer Bruchspalte auseinander gezogen. Damit war die Idee der Kontinentalverschiebung geboren, die Wegener erstmals 1915 in seinem Hauptwerk "Die Entstehung der Kontinente und Ozeane" publizierte. Im Zentrum seines Ansatzes stand ein ehemaliger, später Pangäa getaufter Urkontinent, der in die heute bekannten Erdteile zerbrochen war. Zentrifugal- und Gezeitenkräfte hatten die Bruchstücke dann an ihre gegenwärtigen Positionen verschoben.

Ein Geniestreich verpufft

Obwohl Wegener seine Behauptungen auf eine beachtliche Kette klimatischer, meteorologischer, geologischer und paläontologischer Indizien stützte, wurde die Idee zunächst in Bausch und Bogen abgelehnt. Ein gewichtiger Angriffspunkt war dabei der Vorwurf, dass von Wegener als ursächlich angeführten Kräfte niemals ausreichten, um die gewaltige Last der Kontinentalplatten zu bewegen. Selbst als Wegener 1925 dazu überging, thermische Strömungen im Erdinneren als Driftauslöser zu postulieren, waren seine Zeitgenossen nicht überzeugt. So waren Wegener und die Theorie der Kontinentalverschiebung bald nach dem Tod des Forschers nahezu völlig vergessen.

Späte Anerkennung

Heute wissen wir es besser. Spätestens seit den 1970er Jahren gilt Wegeners Theorie als eine der wichtigsten, bahnbrechenden und einhellig anerkannten wissenschaftlichen Entdeckungen der Gegenwart. Sie lieferte das Fundament für das aktuell gültige, verfeinerte Modell der Plattentektonik.

  • Diesem durch zahlreiche Beobachtungen, Experimente und Beweise bestätigten Ansatz zufolge schwimmen die beweglichen Platten der Erdkruste auf dem zähflüssigen Magma des Erdmantels.
  • Driften die durch Magmaströme mobilisierten Platten auseinander, entstehen Risse in der Kruste. Sobald sich das ausquellende Magma erhärtet, bildet es neue Krustensegmente. 1963 konnten Wissenschaftler diesen Schöpfungsprozess vor Island live verfolgen. Ausgelöst durch eine submarine Eruption wuchs die neue Vulkaninsel Surtsey vor ihren Augen aus dem Meer.
  • Stoßen Platten aneinander, werden die Segmente so übereinander geschoben, dass sich Gebirge auffalten. Viele dieser Bewegungsprozesse führen zu Spannungen in der Erdkruste. Sobald die Reib- und Schubkräfte ein kritisches Maß übersteigen, setzen sie gewaltige Energien frei, die Erd- und Seebeben auslösen.

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