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Achtung! Experiment Der angezogene Sumoringer

Eine Luftnummer ist normalerweise eine eher peinliche Veranstaltung. Aber diese hat es in sich! Immerhin geht es darum, einen 125 Kilo schweren Sumoringer schweben zu lassen. Völlig frei, nur von Luft in der Luft gehalten.

Stand: 04.01.2013

Der angezogene Sumoringer | Bild: SWR/WDR

Leicht wie Luft, das sagt sich so. Na ja, verglichen mit festen Dingen, wiegt Luft tatsächlich wenig. Aber schwerelos ist sie nicht. Sie besteht aus winzigen Materieteilchen und hat damit auch ein Gewicht. Auf Meereshöhe und bei etwa 20 Grad Temperatur bringt es ein Kubikmeter, das ist ein Würfel mit einem Meter Seitenlänge, auf immerhin 1,2 Kilogramm. Eine Säule solcher Luftwürfel bis an die Grenze des Weltraums, also etwa 100 Kilometer hoch gestapelt, drückt mit rund 10 Tonnen auf jeden Quadratmeter der Erdoberfläche. Auf den Quadratzentimeter umgerechnet, beträgt der Luftdruck rund 1,2 Kilogramm, damit lasten auf einem durchschnittlichen Menschen etwa 5,5 Tonnen Luft.

Der unsichtbare Zauberkleber

Beweisen lässt sich die Kraft des Luftdrucks durch ein einfaches Experiment. Wir füllen ein Kelchglas randvoll mit Wasser, decken es mit einem Papierblatt ab und drehen es um. Was passiert? Nichts! Das Blatt haftet am Glas, das Wasser bleibt drin. Kein Kleber, kein Trick. Der Luftdruck presst das Papier mit einer Kraft von einem Kilogramm pro Quadratzentimeter gegen das Glas. Dass es tatsächlich der Luftdruck ist, der das Blatt hält, zeigt ein weiteres Experiment: Wir stellen wir das umgedrehte, gefüllte Glas in eine Vakuumkammer und pumpen die Luft ab. Sobald die Kammer luftleer ist, fällt der Papierdeckel ab und platsch!

Ein Fleischberg am Lufthaken

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So weit, so gut. Aber wie weit kann man dieses Spiel treiben? Wie stark ist der Luftdruck tatsächlich? Stark genug, um einen 125 Kilogramm schweren Sumoringer unter den Deckel eines umgedrehten Wasserglases zu hängen? Bevor wir unseren fleischigen Kampfkoloss an den Lufthaken nehmen, gibt es noch ein Problem: Wir müssen herausfinden, wie groß Glasöffnung und Deckel sein müssen, damit der Luftdruck auch genügend Angriffsfläche hat. Das könnten wir errechnen, doch wir probieren es einfach mit unterschiedlich großen Kelchgläsern aus. Vorsichtshalber erst einmal mit Eisengewichten, man weiß ja nie. Bei einem Randdurchmesser von 16 Zentimetern hält die durch den Luftdruck angepresste Abdeckung schließlich mehr als 130 Kilo. Das reicht. Unser Experiment kann starten: Bühne frei für den Schwebe-Sumo in spe. Ob es tatsächlich klappt?


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