ARD-alpha - Schulfernsehen


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ach so! fragen - forschen - verstehen Woher kommen Angst und Freude?

Angst und Freude zählen zu den Grundgefühlen des Menschen. Mehrmals täglich bekommt er diese "Botschaften". Angst ist angeboren, sie macht besonders aufmerksam, hilft zu überleben. Freude sorgt für gute Laune. Adan, der Alien vom Planeten Emag, spürt diesen Emotionen auf der Erde nach.

Von: Sieglinde Zeiler-Haas, ein Film von Lutz Neumann

Stand: 23.11.2011

Ein Mann hält ängstlich die Hände vor das Gesicht | Bild: colourbox.com

Adan, der Außerirdische vom Planeten Emag schlendert an einem Frühlingstag durch den Park und spielt fröhlich auf seiner Klarinette. Auf einer Wiese entdeckt er eine Theatervorstellung für Kinder. Fasziniert beobachtet er die Gesichter der jungen Zuschauer. Da fällt ihm plötzlich Emag wieder ein. Rasch nimmt er Kontakt mit seinem Heimatplaneten auf. Diesmal erhält Adan einen sehr schwierigen Auftrag: Er soll die Gefühle der Menschen auf der Erde erforschen.

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Adan macht sich sofort auf die Suche. Unterwegs fällt ihm ein Jonglierball ins Wasser. Ein Blick in den Teich zeigt ihm sein Gesicht - wie in einem Spiegel. Da geht Adan ein Licht auf: Gefühle spiegeln sich im Gesicht wieder. Die Mimik spiegelt also die Gefühle und er kann daran ablesen, ob er traurig, schüchtern oder wütend ist oder sich zum Beispiel freut. Ob das bei allen Menschen auf der Erde so ist?

Im ersten Beitrag wird anhand von Beispielen, u. a. aus Tansania, Vietnam, der Türkei und Mauritius gezeigt, dass alle Menschen auf der Welt die gleichen Gefühle haben - sie jedoch unterschiedlich ausdrücken. Doch egal wie ein Gefühl gezeigt wird, es lässt sich stets an der Körpersprache und der Mimik ablesen. Gesteuert werden die Gefühle vom Gehirn. Gefühle sind sehr wichtig, denn sie helfen Menschen herauszufinden, ob etwas schlecht oder gut ist. Am Beispiel der Angst wird erklärt, dass Gefühle auch überlebenswichtig sein können: Weil wir im Dunklen nicht sehen können, fürchten wir uns. Die Menschen vor vielen hundert und tausend von Jahren hat diese Angst vor der Dunkelheit beschützt. Weil sie bei Einbruch der Dämmerung ihre Feinde nicht mehr sehen konnten, haben sie sich in Höhlen zurückgezogen oder Feuer entzündet. Um sich die vielen unterschiedlichen Gefühle besser merken zu können, ordnet Adan sie verschiedenen Farben zu. Dabei hilft ihm sein bunter Würfel: Der Wut ordnet er die Farbe grün zu, der Freude orange, der Schüchternheit gelb und der Zuneigung / Liebe rot. Nur die Farbe schwarz kann er noch nicht so richtig zuordnen.

Auf seiner weiteren Entdeckungsreise durch den Park gerät Adan in ein finsteres Labyrinth, unheimliche Geräusche erschrecken ihn. Voller Entsetzen flüchtet er - und findet schließlich einen Platz, an dem er sich sicher fühlt. Seine Furcht definiert er als das Gefühl der Angst. Nun weiß er, welche Farbe er der Angst zuordnet: schwarz. Adan erkennt, dass Angst ein unangenehmes Gefühl ist. Verzweifelt ruft er Emag an. Er will wissen, wie er seine Angst vertreiben kann. Emag spendet Trost: Menschen ohne Angst gibt es nicht, aber es gibt Tricks, wie man die Angst loswerden kann.

Im zweiten Beitrag wird am Beispiel des Mädchen Sophie gezeigt, dass, obwohl viele Gefühle sich mit dem Verstand erklären lassen, die Emotionen dennoch oft unser Verhalten steuern. Sophie hat zwei Stimmen in sich: Einmal die Gefühle-Sophie, die sitzt eher im Herzen. Und einmal die vernünftige Sophie, die eher im Kopf sitzt. Die beiden Stimmen werden durch gezeichnete und animierte Figuren dargestellt und sprechen miteinander. Sophie reitet mit ihrem Pony aus und genießt den Ritt und das schöne Wetter. Plötzlich versperren drei große Hunde den Weg. Die Gefühle-Sophie bekommt Angst. Die Verstand-Sophie erklärt, dass es die eigentlich ganz lieben Hunde vom Nachbarn sind. Doch die Herz-Sophie fürchtet sich dennoch. Da spricht die Verstand-Sophie der Gefühle-Sophie ganz viel Mut zu. Und schließlich traut sich Sophie wirklich an den Hunden vorbei zu reiten. Adan findet die Idee interessant, mit den Gefühlen zu plaudern. Während er noch darüber nachdenkt, wie Verstand und Herz miteinander sprechen, schläft er ein. Er durchlebt einen schrecklichen Angsttraum und bittet Emag um Hilfe.

Im dritten Beitrag berichten vier Kinder über unterschiedliche Gefühle (Angst, Freude), wie sich die Gefühle bei ihnen geäußert haben und wie sie es geschafft haben, mit den Gefühlen umzugehen. Ein Mädchen holt sich zum Beispiel Kuscheltiere ins Bett, wenn es sich nachts fürchtet. Ein anderes Mädchen hat ihrem Vater viele bunte Bilder ins Krankenhaus geschickt, um ihn aufzumuntern. Und ein türkischer Junge hat seinen Vater, der Deutschland verlassen sollte, vor Freude in den Arm genommen und geküsst, als die Aufenthaltsgenehmigung doch verlängert wurde. Verbunden sind die einzelnen Berichte der Kinder durch die Geschichte des Seelenvogels (Bilderbuch von Michal Snunit), der in der Seele eines jeden Menschen steht und alles fühlt, was wir fühlen.

Inzwischen ist es Morgen und wieder hell geworden. Neugierig macht sich Adan auf die Suche nach dem Seelenvogel und stellt dabei fest, dass er sich in einem Märchenwald befindet. Er sieht all die Dinge, die ihm in der Nacht zuvor Angst eingejagt haben: den Tunnel mit den Märchenfiguren, die Achterbahn etc. Bei Licht betrachtet erkennt er, dass seine Angst wie weggeblasen und zur Freude geworden ist.


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