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Lotto 2.0 Was ist dein Glücksspiel?

Seit 50 Jahren wird jetzt die Ziehung der Lottozahlen live im Fernsehen übertragen. Ist das noch zeitgemäß? Welches Glücksspiel spielst du eigentlich am liebsten? Oder spielst du überhaupt nicht um Geld? Hier ein Überblick, was wir herausgefunden haben.

Von: Sylvaine von Liebe

Stand: 04.09.2015

Jugendlicher beim Internet-Poker (gestelltes Foto) | Bild: picture-alliance/dpa

Lotto ist nicht nur bei Jugendlichen immer mehr "out"- das ergibt zumindest eine Studie, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) letztes Jahr veröffentlicht hat.

Spielte im Jahr 2011 noch jeder Zehnte von euch im Alter zwischen 16 und 17 Jahren Lotto, waren es zwei Jahre später nur noch knapp halb so viele. Man könnte auch sagen: Ihr seid schlau, denn die Gewinnchance beim Lotto auf sechs Richtige mit Superzahl liegt bei 1 zu 139.838.160 - sprich: eins zu einhundertneununddreißig Millionen achthundertachtunddreißigtausend einhundertsechzig. Die Chance, vom Blitz getroffen zu werden, ist größer. Sie liegt bei eins zu einer Million.

Da scheint es tatsächlicher sinnvoller, sein Glück mit anderen Spielen zu versuchen. Bei den Männern zwischen 18 und 20 Jahren spielten - vielleicht gerade deshalb - im Jahr 2013 viermal so viele an Geldspielautomaten wie noch 2007.

Doch wenn nicht Lotto, was spielt ihr dann? Auch damit hat sich die Studie beschäftigt und knapp 800 Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren nach ihrem Glücksspielverhalten befragt.

Hier die Rangliste eurer Glücksspiele:

Unter 18 darf man ja eigentlich gar nicht ....

Nach deutschem Recht darf eigentlich keiner an Glücksspielen teilnehmen, der noch nicht 18 ist. Die Studienergebnisse der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) beweisen allerdings: Natürlich wird von Jugendlichen unter 18 Jahren gespielt. Auch die Studie des Instituts für Therapieforschung (IFT) aus München belegt, dass sogar knapp die Hälfte der Jugendlichen der neunten und zehnten Jahrgangsstufe mindestens einmal in den vergangenen 12 Monaten mit Glücksspielen persönlich Erfahrung gemacht hat.

"Bei Glücksspielen gibt es insbesondere in den Bereichen wie Sportwetten und Sofortlotterien wenig Kontrollen. Deshalb ist es für Jugendliche leicht mögich, daran teilzunehmen. Auch die harmlos wirkenden Rubbellose, die den Kindern schon von ihren Eltern übergeben werden, sind gerade für besonders junge Leute oft der Einstieg zum Spielen. Später - im Erwachsenenalter - führt das nicht selten zu problematischem Glücksspielverhalten oder gar zur Spielsucht - einfach, weil sie es schon aus der Kindheit und frühen Jugend so gewohnt sind."

Martina Kuhnt, Koordinatorin für Glücksspielsucht in der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen

Hände weg von Glücksspielen im Netz!

Ihr kennt sie sicher: Glücksspiele im Netz, die insbesondere auf den Seiten sozialer Netzwerke, wie Facebook und Co., immer öfter angeboten werden. Doch Vorsicht! Auch wenn hier meist nicht um Geld, sondern um Punkte gespielt wird, sind diese Spiele gefährlich.

Casinobetreiber haben diesen Markt längst für sich entdeckt und platzieren Werbung ihrer Spielhallen auf den entsprechenden Seiten. So werden die Spieler von morgen geködert ... Das Fatale daran: Die sogenannten simulierten Glücksspiele werden vom Gesetzgeber nicht als beschränkungspflichtige Glücksspiele eingestuft. Das heißt: Jeder kann mitspielen, egal wie alt er ist.

"Dadurch dass die Software so eingestellt wird, dass man immer gewinnt, herrscht schnell die Illusion, dass das Spiel - auch außerhalb der virtuellen Welt - später im Casino genauso leicht zu beherrschen ist."

Prof. Gerhard Meyer, Glücksspielforscher am Institut für Psychologie und Kognitionsforschung der Universität Bremen

Immerhin gab in einer internationalen Studie mit Teilnehmern unter anderem aus den USA, Australien und Skandinavien ein Drittel der dort befragten Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren an, schon einmal ein solches "simuliertes Glücksspiel" gespielt zu haben. Für Deutschland gibt es dazu noch keine Zahlen, aber klar ist, dass die "simulierten Glücksspiele" auch bei uns ein gefährlicher Trend sind.

So viel Umsatz wird mit Glücksspielen gemacht

Digitale Spiele für Jungen besonders wichtig

Viel harmloser - aber auf Dauer auch nicht gesund - sind da die Spiele über Computer, Konsole, Handy oder Tablet, bei denen es nicht vorrangig oder nebenbei ums Geld geht.

Auch die spielt ihr gerne. Besonders Jungen. Die 12- bis 19-Jährigen verbringen am Wochenende pro Tag immerhin im Schnitt zweieinhalb Stunden, an Wochentagen gut eineinhalb Stunden ihrer Zeit damit. Mädchen spielen dagegen nicht einmal halb so lange. Entsprechend ist auch die Bedeutung der Spiele für euch verschieden: Für Jungen sind digitale Spiele im Alltag fast doppelt so wichtig wie für Mädchen. Allerdings wollen Mädchen sich beim Spielen nicht nur die Zeit vertreiben, sondern auch ihr Wissen erweitern - das hat auch eine Studie des medienpsychologischen Forschungsverbunds (JIM-Studie) von 2014 ergeben.

Rangliste der digitalen Spiele laut JIM-Studie
JungenMädchen
FIFAQuiz Duell
Call of Duty2048
MinecraftCandy Crush, Sims

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