ARD-alpha - Marie Curie

Marie Curie

Physikerin und Nobelpreisträgerin Marie Curie

Stand: 22.05.2018

Sendungsbild "Marie Curie" | Bild: picture-alliance/dpa; Montage: BR

Marie Curie (7.11.1867 – 4.7.1934) war eine außergewöhnliche Person, hat als Physikerin, Polin, Frau, Mutter und Nobelpreisträgerin tiefe Spuren in der Wissenschaftswelt  hinterlassen. Noch heute beeindruckt sie mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen, ihrem unermüdlichen Einsatz für Forschung und Gesellschaft sowie ihrem starken und zielstrebigen Charakter.

Doch wie hat es das junge Mädchen aus dem verarmten polnischen Landadel bis an die Spitze der internationalen Forschung geschafft? Wie konnte sie ihre ehrgeizigen Ziele umsetzen und welche Opfer musste sie dafür bringen?

Die Reihe spürt ihrem Leben nach, betrachtet Marie Curie dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Standpunkten. Originalzitate aus ihren Briefen, Gespräche mit ihrer Enkelin Hélène Langevin-Joliot, Experten-Interviews, Spielszenen und eindrucksvolles Archivmaterial zeichnen dabei ein tiefgründiges und facettenreiches Bild der Ausnahmewissenschaftlerin.

Folgenübersicht

Folge 1

Das Geheimnis der Radioaktivität

Ende des 19. Jahrhunderts weckt ein Uranmineral, das eine rätselhafte Strahlung aussendet, das Interesse von Marie Curie. Die junge Physikerin ist auf der Suche nach einem Thema für ihre Doktorarbeit. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre Curie stürzt sich die Forscherin in ein großes wissenschaftliches Abenteuer. Dabei entdecken die beiden zwei neue chemische Elemente und bringen mit ihren Messergebnissen die Welt der Physik zum Wanken. Der unbekannten Strahlung gibt Marie Curie den Namen Radioaktivität. Es dauert viele Jahre bis Wissenschaftler verstehen, dass diese Strahlen vom Atomkern ausgehen. Es beginnen aufregende Jahre für Physiker und Chemiker. Und als es Ende der 1930er Jahre zwei Wissenschaftlern gelingt, Atomkerne gar zu spalten, hat das Folgen für die ganze Welt.

Folge 2

Polonium, Polen und die Welt

Eine junge Polin erobert Ende des 19. Jahrhunderts die Pariser Wissenschaft und das Herz eines talentierten Physikers. Zwei Nobelpreise später ist Marie Curie weltberühmt. Ihrem Heimatland setzt sie im Periodensystem der Elemente ein Denkmal. Polen ist zu dieser Zeit lange kein unabhängiges Reich mehr. 1815 wurden auf dem Wiener Kongress die schon zuvor besetzten polnischen Gebiete endgültig zwischen Österreich-Ungarn, Preußen und Russland aufgeteilt. Auch wenn Marie Curie ihr Leben lang in Paris verbringt, ihrem Heimatland bleibt sie eng verbunden. Die Wissenschaftlerin versteht sich als Europäerin und hofft, dass ihr Heimatland als gleichberechtigter Partner in einem friedlichen Europa seinen Platz finden wird.

Folge 3

Frau, Mutter, Forscherin

USA 1921. Präsident Warren Harding überreicht Marie Curie feierlich 1 Gramm Radium. Ein Triumph für die außergewöhnliche Wissenschaftlerin. Doch wie hat es das einst arme Mädchen aus Polen bis ins Weiße Haus geschafft? Und wie konnte sie in einer Zeit, in der Frauen noch gern als "Schmuckstücke" präsentiert wurden, ein so selbstbestimmtes Leben führen?

Die dritte Folge der Serie porträtiert Marie Curie in ihrer Rolle als Frau, Mutter und Forscherin. Wie sah sie sich selbst? Wie ging sie mit gesellschaftlichen Rollenbildern um? Ihre Lebensgemeinschaft mit Pierre Curie steht dabei besonders im Fokus. Als Ehemann war er nicht nur ihr Partner, sondern außerdem ihr engster Arbeitskollege und Türöffner in die Welt der Wissenschaft. Doch auch nach seinem tragischen und plötzlichen Tod konnte sich Marie Curie beruflich wie privat eigenständig behaupten. Die Folge blickt auf ihren Weg zurück ins Leben und die Wissenschaft, auf die Beziehung zu ihren beiden Töchtern Irène und Eve sowie ihr Schicksalsjahr 1911 voller Höhepunkte und Niederlagen.

Marie Curie gilt heute oft als Vorbild für eine erfolgreiche Frauenkarriere. Doch wie stand sie selbst zu den um 1900 europaweit aufkommenden feministischen Bewegungen?

Folge 4

Im Einsatz für Frankreich

Mit der Entdeckung der Radioaktivität stellte Marie Curie das bekannte physikalische Weltbild auf den Kopf. Doch auch neben ihrer Forschung hat die polnisch-französische Wissenschaftlerin tiefe Spuren hinterlassen.

Im Ersten Weltkrieg stattete sie gemeinsam mit dem Roten Kreuz über 200 fahrbare Röntgenstationen aus, fuhr selbst an die französische Frontlinie, rettete unzählige Soldatenleben. Nach dem Krieg nahm die Erforschung neuer Behandlungsmethoden gegen den Krebs einen hohen Stellenwert in ihrem Radiuminstitut ein. Die heutige Strahlentherapie wurde in dieser Zeit entwickelt, beflügelt unter anderem von unerschrockenen Selbstexperimenten. Neben den medizinischen Fortschritten blickt Folge 4 auch auf die Gesellschaft, die in den 1920er Jahren von einem regelrechten „Radium-Hype“ erfasst wurde, der bizarre Blüten trug. Radium wurde allen erdenklichen Produkten zugesetzt - vom Badewasser bis zur Zahncreme.

Neben ihrer Arbeit im Labor begründete Marie Curie eine Forscherfamilie, die bis heute einmalig ist: Insgesamt fünf Mal wurden die Curies mit dem begehrten Nobelpreis ausgezeichnet.