ARD-alpha - Kunstraum


23

Kunstraum Ovis Wende: Der Intendant

Der Bildhauer Ovis Wende beschäftigt sich in der Installation "Der Intendant" mit dem Thema Ironie in der Bildhauerei. So banal das Thema auf den ersten Blick erscheinen mag, so schwierig ist dessen Umsetzung.

Stand: 06.05.2015

Ovis Wende | Bild: BR

Der Künstler bedient sich hier bewusst ganz klassischer Techniken: Künstlerischer Marmorgips, Büste, Stuhl, Tisch. Alles wie in der Renaissance.
Aber Vorsicht: eine Büste ist nicht eine Büste!

"Das wichtigste ist: es darf nicht nach Kunst aussehen! Denn wenn es nach Kunst ausschaut, ist es keine Kunst mehr! Lieber ist mir, es gleitet in die totale Muppet-Show ab! Die gängigste Art der Repräsentation bis heute immer noch die: ein Bild zu machen. Und wenn es besonders repräsentativ sein soll, muss es auch noch so tun, als wär´s besonders wertvoll. Dieser Antagonismus steckt im Stuck-Marmor, den ich verwende, drin. Er ist aus billigstem Material, nämlich aus Gips, Pigment und Fischleim, also drei ganz billigen Sachen. Durch Veredeln werden diese Materialien aber so aufgemöbelt, dass sie teuer erscheinen! Und darauf kommt es mir an!“"

Ovis Wende

Die Installation “Der Intendant“ ist ein Skulpturen-Ensemble, das aus fünf Marmorbüsten besteht. Sie thronen auf einem Tisch, und ihnen gegenüber steht jeweils ein Stuhl. Setzt sich ein Zuschauer auf diesen Stuhl, beginnt die gegenüber liegende Büste, mit ihm zu sprechen.

"Was mich interessiert, sind Sitzungen, in denen offiziell um ein gutes Programm gerungen wird. in Wirklichkeit jedoch Machtkämpfe stattfinden."

Ovis Wende

Intendant, Regisseur, Dramaturg, sowie Gewerkschaftsvertreterin und Choreografin streiten sich mit fiktiven Zuschauern und transportieren auf ironische Weise den tagtäglich stattfindenden Sitzungswahnsinn.

Lebenslauf des Künstlers

  • Bis 1977 Studium Kunst, Germanistik, Italienisch und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Seit 1980 Konzeptionelle Ausstellungen
  • Seit 1990 Architekturbezogene Arbeiten und Ausstellungsgestaltungen (Staatsoper München, MKK Dortmund, Duisburger Akzente u. a.)
  • Seit 2000 Professur “Kunst im öffentlichen Raum und Szenografie“ an der FH Dortmund und Betreuung eines Forschungsprojektes zur “Kunst in Industriebrachen“
  • Preise: 1988 Karl-Hofer-Preis der Hochschule der Künste, Berlin und Förderpreis der Matthias-Pschorr-Stiftung, München

      


23