ARD-alpha - Kunstraum


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Kunstraum Moritz Walser: Ein schwebendes System

Moritz Walser möchte ein Luftkissenboot bauen. Eigentlich eine Aufgabe für Ingenieure oder Maschinenbauer. Aber der Künstler möchte mit diesem Objekt ein Symbol für die Fragilität unseres Gesellschaftssystems schaffen.

Stand: 08.02.2016

"Wir alle schweben doch nur auf einem ganz labilen Gleichgewicht, dessen Richtung wir nicht bestimmen können und das jederzeit zu kippen droht."

Moritz Walser

Das "Schwebende System" ist kein Museumsstück, sondern Mittel für eine Performance: Der Künstler wird, auf einem komfortablen Bürosessel thronend, Säcke voll Geldscheine in die Lüfter werfen, die die Scheine in kleine Papierschnitzel zerhäckseln. Eine symbolische Geldvernichtung findet statt. Das Ritual ist nicht neu: in Asien ist das Verbrennen von Geld für die Verstorbenen weit verbreitet - die Verstorbenen sollen es im Jenseits schließlich bequem haben.

Moritz Walser wirft die Frage auf, ob die Vernichtung von Geld durch Spekulation nicht bereits jede moralische Grundlage verloren hat. Das "Schwebende System" kann schnell zum Pulverfass mutieren, die scheinbare Stabilität, die die Bankdirektoren täglich preisen, kann in sich zusammen fallen. Insofern ist das „Schwebende System“ eine Metapher für den Zustand unserer Gesellschaft.

Lebenslauf des Künstlers

  • 1981 geboren in München
  • 2003 – 2011: Studium der Bildhauerei bei Professor Nikolaus Gerhart an der Akademie der Bildenden Künste München
  • 2007 – 2008: Studium an der University of Fine Arts, Okinawa, Japan
  • 2011: Diplom der Akademie der Bildenden Künste München
  • Moritz Walser lebt und arbeitet in München.

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