ARD-alpha - Kunstraum


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Kunstraum Josef Anton Riedl: größer minus größer

Der Film zeigt ein Experiment mit offenem Ausgang. Josef Anton Riedl ist nicht nur als Komponist und Konzertveranstalter eine herausragende Persönlichkeit, er hat sich auch immer wieder mit Literatur und Film beschäftigt.

Stand: 09.01.2017

Josef Anton Riedl | Bild: Herbert Kapfer

Doch diesmal geht er noch weiter und setzt sich mit (unveröffentlichten) Text-Collagen der Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller auseinander. Mit Michael Lentz und Michael Hirsch stehen Riedl zwei extrem gut aufeinander eingespielte Wort- und Klang-Künstler zur Seite, und es ist eine reine Freude, das Entstehen der Hör-Stücke zu beobachten.

Die Collagen von Herta Müller haben nicht nur Josef Anton Riedl, sondern auch Michael Lentz und Michael Hirsch elektrisiert. Das Filmteam beobachtet  jede Nuance der Annäherung  des Komponisten und der Interpreten zu den Collagen, lotet Beziehungen zwischen Text und Klang, zwischen Absicht und Zufall aus. Selbstkritisch artikulieren sich die Künstler nach jedem Ergebnis, greifen gegenseitige Anregungen auf und kombinieren so Vergangenheit und Gegenwart zur spannenden Zukunft.

Da dem Komponisten nichts ferner liegt als das „Vertonen“ der Text-Collagen von Herta Müller, greift er mit den Interpreten das Prinzip der Collage auf, und überträgt es auf die akustische Ebene. Der Vorgang des Lesens wird thematisiert, die Frage, was ein Text von einer Collage unterscheidet, wird zentrales Moment der Auseinandersetzung.

So wird der Film zum experimentellen Dokument einer experimentellen Kunst-Situation. Das Kunst-Medium wird Medienkunst, und der Zuschauer oder/und Zuhörer wird emanzipiert von seine Rolle als reiner Konsument.

In Zusammenarbeit mit BR Hörspiel und Medienkunst.


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