ARD-alpha - Kunstraum


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Kunstraum Harald Schwarzmoser: Der gefundene Engel

Schrottplätze sind rar geworden im Zeitalter der Mülltrennung. Harald Schwarzmoser musste in ganz Bayern suchen, bis er schließlich in Mühldorf fündig wurde. Schrott ist für den Bildhauer Ausdruck von Vergänglichkeit und Wiedergeburt.

Stand: 19.01.2016

Harald Schwarzmoser klettert über die schier endlosen Müllberge und lässt sich von den bizarren Formen des ständig neu angelieferten Schrotts inspirieren. Er weiß noch gar nicht, was er eigentlich sucht. Er hat einen Anhänger gemietet, der darf voll werden, mehr ist für heute nicht drin.

"Manchmal streife ich durch einen Schrottplatz und nehme Dinge mit, von denen ich gar nicht weiß, wie ich sie verarbeiten werde. Und ein andermal habe ich beim Betrachten eines Gegenstandes sofort die zündende Idee."

Harald Schwarzmoser

Und so entschließt er sich, aus Felgen, gebrauchten Kochtöpfen, rostigen Gittern, einer unförmigen Riesenschraube sowie einem eleganten, aber verrosteten Fuß ein Engel zu gestalten. Was aber hat ein Engel auf dem Schrottplatz zu suchen? „Es gibt überall Engel, auch auf dem Schrottplatz“, lautet die Antwort des Künstlers.

Im Atelier angekommen, beginnt die technisch komplizierte Montage der gesammelten Materialien. Verschiedene Schweißverfahren müssen angewendet werden, um die unterschiedlichen Materialien wie Guss, Stahl, Blech und Aluminium miteinander zu verbinden. Der Engel soll im Freien stehen, wind- und wetterfest sein, muss also einiges aushalten.

"Ein Engel verkörpert das Friedliche, das Schöne, das Erhabene. Und dass mir dies mit Schrott gelungen ist und nicht mit Marmor, ist für mich eine große Befriedigung."

Harald Schwarzmoser

Lebenslauf des Künstlers

1964 Geboren in Stuttgart
1984 - 1991 Studium Elektrotechnik an der Fachhochschule München
Seit 1998 künstlerisches Arbeiten
2010 Einzelausstellung in Buchbach
2011 Teilnehmer „Truderinger Kunsttage“
2011 Teilnehmer Unterhaching „Ars Technica“
2011 Teilnehmer Designwettbewerb Taufkirchen a. d. Vils


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