ARD-alpha - Kunstraum


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Kunstraum Flatz: Eine für alle

Die Installation "Eine für alle" von Flatz beschäftigt sich mit einem zentralen Thema unserer Gegenwart, nämlich mit unserem Verhältnis zum Islam.

Stand: 21.11.2016

Flatz: Eine für alle | Bild: BR

Die öffentliche Diskussion um den Bau neuer Minarette, um das Tragen von Burkas oder um die Frage der Beschneidung hat extremes Potenzial an Emotionalität, und Flatz versucht auf seine unverwechselbare Art, diese Emotionen zu thematisieren und zu visualisieren.

Die Aktion fand im Oktober 2012 vor dem Flatz-Museum in Dornbirn, Vorarlberg, statt. Eine Muslima wird ausgestellt. Auf den ersten Blick ein schockierendes Ereignis: Wie ein Kunsttransport wird die in eine Burka gänzlich verhüllte Frau in einem sorgsam verpackten und gesicherten Container mit einem Gabelstapler vor das Museum gefahren. Der Container wird abgestellt und sorgsam entpackt, und sichtbar wird die Unsichtbare! Die völlig verhüllte Frau, die äußerlich gar kein Zeichen von Individualität trägt, schaut wie ein Tier im Zoo auf das Publikum. Wer ist hier im Käfig, wer draußen?

"Ich habe die Muslima als meine Krankenschwester am Krankenbett kennen gelernt. Eine Muslima darf niemals in einem Raum mit einem Mann alleine sein. Ich fragte sie, ob sie dies mit ihrem Glauben vereinbaren könne, da antwortete sie: Not bricht Gebot!"

Flatz

Flatz erläutert im Film außerdem das Konzept und die Exponate seines Flatz-Museums, seine eigene Geschichte und sein Verhältnis zu seiner Geburtsstadt Dornbirn.

Lebenslauf des Künstlers

Geboren 1952, Lehre als Goldschmied, Studium an der Akademie der Bildenden Künste, anschließend zahlreiche internationale Aktionen und Ausstellungen, unter anderem Teilnahme an der documenta 9. Flatz hat zahlreiche Gastprofessuren inne und ist auch als Bühnenbildner, Musiker und Architekt tätig.


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