ARD-alpha - Kunstraum


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Kunstraum Berkan Karpat: 11.9.11 – DNA der Erinnerung

Der Objekt- und Aktionskünstler Berkan Karpat beschäftigt sich seit zwei Jahren mit dem Thema "Erinnern – Vergessen", also mit der Frage, wie wir mit unserer Vergangenheit umgehen. So auch am 11. September auf dem Münchner Karolinenplatz.

Stand: 21.12.2015

Tragische Ereignisse wie der Holocaust oder die Anschläge auf die Twin Towers in New York vor zehn Jahren nimmt Berkan Karpat zum Anlass, darüber nachzudenken, wie wir mit diesen schicksalhaften Ereignissen umgehen.

"Ich habe nicht gewartet, bis die Stadtväter einen Wettbewerb ausschreiben, der Künstler dazu auffordert, einen Gedenkstein oder eine Tafel anzubringen, damit man dann der Opfer gedenken kann. Ich bin den umgekehrten Weg gegangen."

Berkan Karpat

In der Tat ist seine Aktion sehr außergewöhnlich: am 11. September 2011 wird auf dem Karolinenplatz in München eine riesige Stahlplatte aufgestellt, davor ein Industrieroboter, der DNA-Sequenzen in diese Stahlpatte einschweißt. Die DNA-Sequenzen stammen nicht von den Opfern des Attentats, sondern von denen, die der Opfer gedenken. Diese Menschen unterziehen sich im benachbarten Amerikahaus einer rituellen Prozedur, an deren Ende die Blutabnahme steht. Das Blut mehrerer Menschen wird vor Ort sequenziert und dadurch anonymisiert. Die so gewonnenen Codes schweißt der Roboter in die Stahlplatte.

"Ich habe bewusst Stahl gewählt, denn das ganze Gebäude des World Trade Centers bestand aus Stahl, ein Stein hat eine ganz andere Bedeutung."

Berkan Karpat

Lebenslauf des Künstlers

  • Geboren 1965 in Istanbul, kam schon als Kind nach München.
  • Nach einer Lehre als Speditionskaufmann führte er ab 1983 eine kleine Spedition.
  • Nach Abschluss des Abendgymnasiums Studium der Theaterwissenschaft, Philosophie und Psycholinguistik.
  • Seit 2000 arbeitet Berkan Karpat als freier Künstler in München.

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