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Verfahrenstechnologe/-in Metall Einer der heißesten Jobs

Verfahrenstechnologen Metall regeln und überwachen wichtige Prozesse bei der Roheisen- und Stahlherstellung. Sie nehmen Proben aus der Schmelze, überwachen Temperaturen. Sie berechnen alle Zusatzstoffe, damit aus einer Stahlschmelze Qualitätsstahl wird.

Stand: 07.01.2019

Jannik Bick ist im ersten Ausbildungsjahr in einem Stahlwerk: in der Georgsmarienhütte in der Nähe von Osnabrück. In der Ausbildungswerkstatt lernt er, Metall zu bearbeiten. Körnen, bohren, sägen gehören zur Grundausbildung. Die ist wichtig, damit er später im Betrieb seinen Kollegen z.B. dabei helfen kann, Maschinen zu reparieren.

"Ich finde, der Beruf ist vielfältig. Man hat in der Ausbildungswerkstatt Grundsachen wie bohren, sägen, feilen, dazu Schweißlehrgänge oder Pneumatiklehrgänge. In den weiteren Lehrjahren ist man im Betrieb. Man hat alles dabei, das wird praktisch nie langweilig."

Jannik Bick (17), 1. Ausbildungsjahr

Die Ausbildung zum Verfahrenstechnologen Metall findet im Betrieb und in der Berufsschule statt und dauert dreieinhalb Jahre. Jannik hat einen mittleren Bildungsabschluss.

Bis zu 1.700 Grad

Sein Kollege Fabio Montico ist im zweiten Ausbildungsjahr. Er arbeitet schon im Betrieb. Ständig fahren große Pfannen mit heißen Stahl bis zu 1.700 Grad durch die Werkshalle, es ist heiß und laut. Im Leitstand kann er zusammen mit einem Ausbilder Zusatzstoffe wie Mangan oder Silicium berechnen. Die gibt er dann über eine Computersoftware zur Schmelze hinzu. Interesse für Mathematik und Chemie sollte man für diesen Beruf mitbringen. Fabio muss immer wieder Proben nehmen, um zu prüfen, ob die Schmelze die Zusammensetzung erreicht hat, die der Kunde möchte. Dabei arbeitet er sehr nah an der Schmelze: Sicherheitskleidung ist Vorschrift.

"Im Stahlwerk ist es so: Man sollte Respekt davor haben, aber keine Angst zeigen, weil wir mit Temperaturen bis 1.700 Grad arbeiten. Da kann leicht was passieren, und wenn man unvorsichtig ist, indem man Angst hat, kann man sich verbrennen und ernste Verletzungen davontragen."

Fabio Montico (20), 2. Ausbildungsjahr

Körperlich anstrengend

Alexander Schmidt arbeitet direkt am Hochofen bei "thyssenkrupp Steel Europe AG" in Duisburg. In Schutzkleidung befüllt er zusammen mit Kollegen eine Stopfmaschine und eine große Bohrmaschine, mit denen man den Hochofen schließt und öffnet. Das ist körperlich anstrengend. Trotzdem begeistert ihn sein Beruf immer wieder - zum Beispiel beim Abstich.

"Das ist halt megacool. Genau deshalb mache ich den Beruf. Weil das selbst beim tausendsten Mal immer noch spannend bleibt und so ein Abstich ist immer noch atemberaubend."

Alexander Schmidt

Auch in der Messwarte kommt Alexander zum Einsatz. Zusammen mit dem Prozesskoordinator bestimmt er, welche Zusatzstoffe in die Schmelze kommen. Dazu muss er den gesamten Prozess am Hochofen verstehen und auch Computerprogramme beherrschen. Und immer bereit sein, im Team schnell Entscheidungen zu fällen.

Der Beruf bietet gute Aussichten: Viele Unternehmen in Deutschland haben sich besonders auf die Produktion von Qualitätsstahl spezialisiert. Dafür werden Fachkräfte gebraucht. Der Verfahrenstechnologe Metall in der Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie ist ein sehr verantwortungsvoller Beruf in einer außergewöhnlichen Arbeitsumgebung.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Verfahrenstechnologe/in Metall Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie (Bezeichnung gilt ab Ausbildungsjahr 2018: Ehemals Verfahrensmechaniker/in in der Hütten- und Halbzeugindustrie Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie)
  • Ausbildungsdauer: dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule
  • Ausbildungsorte: Hütten-, Hochofen- und Stahlwerke, Gießereien, auch Recyclingbetriebe
  • Zugang: keine besonderen formalen Voraussetzungen. Die meisten Auszubildenden haben einen mittleren Bildungsabschluss.
  • Eignung: handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Interesse an Mathematik/ Chemie, gute Entscheidungsfähigkeit
  • Prüfung: IHK
  • Die wichtigsten Infos zum Beruf: Verfahrenstechnologen/-innen Metall regeln und überwachen wichtige Prozesse bei der Roheisen- und Stahlerzeugung. Sie beschicken Hochöfen mit Einsatzstoffen wie z.B. Eisenschrott, überwachen die Temperaturen, nehmen und beurteilen Proben aus den Schmelzen. Sie reduzieren mit Zusatzstoffen störende Elemente in der Schmelze und geben Legierungsmetalle zur Veredelung hinzu.
  • Perspektiven: Industriemeister/-in | Techniker/-in | Studium
  • Alternativen: Verfahrenstechnologe/-in Metall (Fachrichtung Nichteisenmetallumformung, Fachrichtung Nichteisenmetallurgie, Fachrichtung Stahlumformung)

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Handwerkliches Geschick

Das braucht man für die Ausbildung zum Verfahrenstechnologen Metall Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie. Verfahrenstechnologen arbeitet immer wieder in Gefahrenzonen. Umsicht und ständige Aufmerksamkeit sind Voraussetzungen für diesen Beruf.

Mathematisches Verständnis

und Interesse für Chemie – Das sollte man haben, um Zusatzstoffe einschätzen und berechnen zu können.


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