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Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie Profis für Bitumen und Asphalt

Ihr Job ist heiß, staubig, aber auch abwechslungsreich: Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie/Fachrichtung Asphalttechnik mischen aus Sand, Gesteinsbrocken und Bindemittel den Asphalt, aus dem Straßen gebaut werden. Sie steuern auch die Verladung.

Stand: 06.06.2019

Erik Emter aus Nürnberg steigt morgens hoch zum Leitstand neben dem Asphaltmischturm. Hier - bei den "Bayerische Asphaltmischwerken" - ist er Herr über sieben Computermonitore, mit denen er das Geschehen im Mischwerk überwacht. Unter seiner Regie werden die LKW aus den Silos beladen, mit frisch gemischtem Asphalt. Der muss unbedingt heiß auf der Baustelle ankommen.

"Es ist wichtig, dass der Asphalt bei uns heiß verladen wird – zwischen 160 und 180 Grad. Er muss schnell auf die Baustelle, damit er noch heiß verarbeitet werden kann. Weil: Wenn er kalt ist, ist er nicht mehr zu verarbeiten, dann ist er steinhart."

Erik Emter (17), 2. Ausbildungsjahr

Erik befüllt auch die Schächte hoch oben im Mischturm mit Nachschub - alles kann er am PC steuern. Nach Ende der Ausbildung muss er in Stoßzeiten dann auch im Schichtdienst arbeiten - vor allem im Sommer, wenn viele neue Straßen gebaut werden. Im Labor werden regelmäßig Asphalt-Proben kontrolliert, vermessen und ausgewertet: Auch da sind die Verfahrensmechaniker-Azubis dabei.

Instandhaltung gehört dazu

Verschleißbleche ausbessern, Siebe erneuern: Verfahrensmechaniker für Asphalttechnik bringen vor allem in den Wintermonaten in der Firmenwerkstatt Teile der Anlage wieder auf Vordermann. Da geht's um Schweißen, Bohren, Feilen. Instandhaltung ist in diesem Beruf wichtig. Auch die regelmäßige Wartung gehört zum Job: Im Asphaltmischwerk der Firma Markgraf im oberpfälzischen Kulmain steigt Sandro Enders zusammen mit seinem Ausbilder Thomas Purucker hoch hinauf auf den Mischturm. Der Azubi muss in 30 Meter Höhe den Zündbrenner säubern, mit Reinigungsmittel und Druckluft. Das Ganze bei Wind und Wetter.

"Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil ich einen kurzen Arbeitsweg hab. Außerdem hat mein Opa hier schon gearbeitet. Ich wollte immer schon einen Beruf, wo ich viel draußen bin – und der abwechslungsreich ist."

Sandro Enders (19), 2. Ausbildungsjahr

Gute Berufsaussichten

Zehn Wochen im Jahr kommen die Azubis zum Blockunterricht in die Berufsschule im oberpfälzischen Wiesau. Dort lernen sie die Metallbearbeitung und machen Versuche im Baustofflabor. Diese neue Ausbildung existiert noch nicht lange - erst seit 2004. Frauen gibt es nur wenige in diesem Beruf. Die Berufsaussichten sind prima, denn Straßen müssen oft gebaut oder erneuert werden. Ein vielseitiger Beruf: Am Leitstand steuern die Auszubildenden das Mischverfahren und beladen LKWs. Mit dem Radlader transportieren die Verfahrensmechaniker den Alt-Asphalt zum Brecher oder füllen mit dem Bagger die Dosierbehälter auf. Mal brauchen sie Köpfchen am Steuerpult, mal dürfen sie Berge an Asphalt versetzen: Ein Job für Azubis, die gern zupacken und keine Angst davor haben, sich mal schmutzige Hände zu holen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Verfahrensmechaniker/-in in der Steine- und Erdenindustrie, Fachrichtung Asphalttechnik
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: dual im Betrieb, z. B. Asphaltmischwerk, und in der Berufsschule
  • Abschlussprüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Zugang: kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Regel stellen Betriebe Auszubildende überwiegend mit mittlerem Bildungsabschluss ein
  • Eignung: handwerkliche Fertigkeiten, Computerkenntnisse, Schwindelfreiheit
  • Perspektiven: Techniker/-in, Industriemeister/-in, Studium Baustoffingenieur

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Die Asphaltmischung wird für die LKW genau nach Rezept hergestellt.

Kleidung

Im Außenbereich sind Warnwesten, Helm und Sicherheitsschuhe Vorschrift.

Geschick

Verfahrensmechaniker warten und reparieren Verschleißteile der Anlage. Dafür brauchen sie handwerkliches Geschick.


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