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Umweltschutztechnische/-r Assistent/-in Im Beruf etwas für die Umwelt tun

Was ist drin in unserem Wasser, dem Boden und der Luft? Welche Techniken und Energieformen helfen, die Natur zu schonen? In der Ausbildung erlernen die Schüler und Schülerinnen zunächst grundlegende Labortätigkeiten. Im zweiten Jahr folgen Umweltanalytik, Mikro- und Molekularbiologie und Verfahrenstechnik. Mit diesem Know-how können sie Proben analysieren und technische Anlagen auf den Umweltschutz hin testen.

Stand: 24.12.2018

Jessica (19) soll herausfinden, wieviel Säure in Essig ist. Im weißen Laborkittel mit Schutzbrille und Handschuhen steht sie im Labor. Sie muss sehr genau arbeiten. Tropfen für Tropfen dosiert sie die Maßeinheiten mit einer Pipette. Anhand der zugegebenen Menge an Natronlauge kann sie den Säureanteil schließlich berechnen. Solche Analysen sind Grundlagen für den späteren Beruf.

"Ich habe geguckt, was ich in dem Bereich Umwelt machen kann, und dann bin ich auf die umweltschutztechnische Assistentin gekommen."

Jessica Stey (19) 1. Ausbildungsjahr

Arbeiten unter Reinraumbedingungen

Jessica besucht das Berufskolleg für umweltschutztechnische Assistenten in Ellwangen in Baden-Württemberg. Die schulische Ausbildung mit vielen Praktika dauert zwei Jahre. In der Mikro- und Molekularbiologie ist Jenny (18) einem multiresistenten Keim auf der Spur. Hier im gentechnischen Sicherheitsbereich lernt sie steriles Arbeiten unter Reinraumbedingungen.

"Wir müssen aufpassen, damit nicht irgendwelche Bakterien nach draußen kommen, die sich nur hier drinnen befinden."

Jenny Lakner (18) 2. Ausbildungsjahr

Zahlreiche Betätigungsfelder

In der Verfahrenstechnik soll Jenny eine Steuerung für eine Holzpellet-Anlage einrichten. Es geht um Stromkreise und um die Grundlagen ihrer Programmierung. Die Ausbildung der umweltschutztechnischen Assistenten ist vielseitig. Der Beruf ermöglicht zahlreiche Betätigungsfelder.

"In Bereichen der chemischen und pharmazeutischen Industrie, in Laboren, in denen Boden, Luft und Wasser analysiert werden, auch in Forschungseinrichtungen. Und in Bereichen, in denen Wasserversorgung und -entsorgung vorhanden ist. Es kann durchaus auch in Richtung Kriminalpolizei - also genetischer Fingerabdruck usw. führen."

Markus Schöllhammer, Fachabteilungsleiter für Naturwissenschaften und Gesundheit

Nach der Ausbildung müssen sich Jessica und Jenny für eine Branche entscheiden. Nach mindestens einem Jahr Berufstätigkeit können sie sich zum Beispiel zur Technikerin für Umweltschutz weiterbilden.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Staatlich geprüfte/-r Umweltschutztechnische/-r Assistent/-in
  • Ausbildungsdauer: zwei Jahre (in Nordrhein-Westfalen drei Jahre)
  • Ausbildungsform: schulisch
  • Ausbildungsorte: je nach Bundesland findet die Ausbildung in Berufskollegs oder in Berufsfachschulen statt. In öffentlichen Schulen kostet der Besuch nichts, bei privaten Einrichtungen und Instituten fallen Gebühren an.
  • Zugang: mittlerer Bildungsabschluss
  • Eignung: technisches Verständnis, Genauigkeit, Sorgfalt, Geschick, Verantwortungsbewusstsein
  • Prüfung: staatliche Abschlussprüfung
  • Perspektiven: Fachwirt/-in, Techniker/-in, Spezialisierung, Studium (z.B. Umweltwissenschaft oder Umwelttechnik)
  • Beschäftigung: Umwelt- und Naturschutzämter, Unternehmen der Wasserversorgung und der Abfallwirtschaft, Hochschul- und andere Forschungseinrichtungen, Betriebe der chemischen und pharmazeutischen Industrie

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Für präzise Ergebnisse müssen alle Vorgaben und Mengenverhältnisse exakt eingehalten werden. Die Resultate aus den Laboren sind schließlich die Grundlage entscheidender Maßnahmen in der Industrie und bei technischen Versorgern, wie z.B. Wasserwerken. Nur mit genauen Angaben können die Verantwortlichen für gute Werte sorgen.

Mathematik

In der Ausbildung und dem Beruf sind Interesse und Verständnis für die Naturwissenschaften notwendig. Dazu gehören vor allem Mathematik, Chemie, Biologie und Physik.

Geschick

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten oft mit kleinsten Mengen. Beim Umgang mit Pipette, Bürette, Glaskolben und anderen Reaktionsgefäßen ist eine ruhige Hand erforderlich.

Gefahr

Im Labor ist Schutzkleidung vorgeschrieben. Hier wird manchmal auch mit ätzenden Flüssigkeiten gearbeitet. In der Gentechnik ist die Sicherheitsstufe besonders hoch. Reinraumbedingungen sorgen dafür, dass keine Keime und Bakterien entweichen. Auch bei technischen Anlagen muss die Arbeitssicherheit gewährleistet sein.


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