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Patentanwaltsfachangestellte/-r Ideenschützer: Im Dienst von Recht und Gesetz

Was ein Rechtsanwalt macht, wissen viele - aber was macht eigentlich ein Patentanwalt? Patentanwälte schützen Erfindungen vor Ideen-Klau. Sie sorgen per Recht und Gesetz dafür, dass Nachahmer ausgebremst und strafrechtlich verfolgt werden. Viel Organisation, Kontakte mit Gerichten und Patentämtern sind dafür nötig und jede Menge Schreibarbeit - und dabei bekommen die Anwälte Unterstützung: von den Patentanwaltsfachangestellten.

Stand: 13.05.2019

Organisations-, Büro- und Verwaltungsarbeiten - das ist die Hauptaufgabe von Patentanwaltsfachangestellten. Sie arbeiten eng mit den Anwälten zusammen: rufen Gerichte, Patentämter und Mandanten an und erledigen die Korrespondenz. Sie erstellen Anträge für Patentanmeldungen und kümmern sich um die Gebühren und Abrechnungen.

Einhaltung von Fristen

Ganz wichtig: Ihnen obliegt die Einhaltung von Fristen und Terminen - geht hier etwas schief oder wird was übersehen, kann das hohe Kosten nach sich ziehen. Ein Patentanwaltsfachangestellter sollte also ein hohes Verantwortungsbewusstsein mitbringen und sehr sorgfältig und selbstständig arbeiten können. Interesse an Recht und Gesetz sind Grundvoraussetzung.

Niklas Herzig lernt bei Siemens diesen Beruf: Der 16-Jährige tippt gerade sorgfältig die Daten einer Erfindungsmeldung in den Rechner ein. Fast alles läuft in diesem Beruf digital ab: Schreiben an Patentämter zum Beispiel. Niklas lernt auch, neue Anträge für Patentanmeldungen aufzusetzen und neu angemeldete gewerbliche Schutzrechte auszuwerten Die Vorgänge, die er auf den Tisch bekommt, betreffen bei einer großen Firma wie Siemens oft internationale Märkte und sind auf Englisch verfasst. Sehr gute Englischkenntnisse bringt Niklas mit - auch im Deutschen sollten angehende Patentanwaltsfachangestellte in Grammatik und Rechtschreibung absolut sicher sein.

"Bei uns ist es wichtig, dass man konzentriert arbeitet, sich nicht ablenken lässt, denn es ist schon sehr wichtig, dass es genau und korrekt eingetragen wird, dass dann sich kein Fehler durch die weitere Bearbeitung durchzieht."

Niklas Herzig (16), 1. Lehrjahr

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre, kann aber verkürzt werden. Sehr viele Azubis bringen die Hochschulreife mit. Niklas hat die mittlere Reife gemacht. Die theoretischen Inhalte lernen die Azubis in der Berufsschule. Hier geht es zum Beispiel um Mandantenbetreuung, Büro und Arbeitsorganisation und Rechnungswesen. Auch die wichtigsten Gesetze und Verordnungen in der Rechtspflege lernen die Azubis hier kennen, zum Beispiel Bürgerliches Recht, Europarecht und Strafrecht. Das dicke, rote Gesetzbuch liegt auf jedem Tisch hier parat.

Patentanwaltsfachangestellte - ein Nischenberuf, den nur wenige Insider kennen. Deshalb werden auch nur wenige Azubis ausgebildet. In Deutschland sind es weniger als 200. Aber genau deshalb bietet der Beruf sehr gute Karrierechancen: Patentanwaltsfachangestellte sind auf dem Jobmarkt seit Jahren schon sehr gefragt. Die Azubis werden sehr umworben und können entsprechend hohe Startgehälter fordern.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Patentanwaltsfachangestellte/-r
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung
  • Prüfung: Patentanwaltskammer
  • Ausbildungsorte: Industrieunternehmen, Patentanwaltskanzleien
  • Zugang: Die meisten Azubis haben Hochschulreife, ein Viertel hat einen mittleren Bildungsabschluss.
  • Eignung: Der Umgang mit Rechtsvorschriften sollte einem liegen. Außerdem wichtig: Interesse an Recht und Gesetz, selbstständiges und sorgfältiges Arbeiten, gute Deutsch- und Englischkenntnisse
  • Perspektiven: Rechtsfachwirt/-in | Betriebswirt/-in für Recht | Studium, z.B. Wirtschaftsrecht

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Patentanwaltsfachangestellte müssen absolut verlässlich arbeiten: Patentanmeldungen müssen fehlerlos sein, Fristen müssen genau eingehalten werden, Termine gewahrt werden. Sorgfalt und Genauigkeit sind also Grundvoraussetzungen.


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