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Maßschneider/-in Das sitzt einfach

Mehr als 50 Stunden Handarbeit stecken in einem Maßanzug. Der Preis: 3.000 Euro aufwärts. Meist sind es junge Frauen mit Abitur, die eine Ausbildung im Maßschneider-Handwerk starten, obwohl offiziell keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben ist. Es geht in diesem Beruf um Mode, um die Leidenschaft für individuelle Formen, Farben und Materialien. Die jungen Leute spezialisieren sich während der Ausbildung entweder auf Damen- oder Herrenkleidung.

Stand: 29.04.2019

Sie interessieren sich für Mode und individuelle Kleidung, zeichnen gerne und haben ein Gespür für Farben und Formen - Azubis im Handwerksberuf Maßschneider/Maßschneiderin. Viele starten direkt nach dem Abitur und verkürzen so die auf drei Jahre angelegte duale Ausbildung um ein Jahr. Zu dem meist blockweise organisierten Berufsschulunterricht müssen Azubis oft weite Strecken und Übernachtungen in Kauf nehmen. Die Ausbildungsvergütung liegt unter dem Schnitt anderer Ausbildungsberufe. Aber: Nachwuchsmaßschneider/-innen haben Freude am Gestalten und am Umgang mit Kunden. Sie schaffen für Menschen etwas Einmaliges und auch Wertvolles. Immerhin ist ein maßgeschneidertes Abendkleid nicht unter 1.000 Euro, ein Maßanzug nicht unter 3.000 Euro zu haben.

"Dass man einfach aus jedem Tag rauskommt und etwas in der Hand hat, was man geschaffen hat, finde ich ist ein sehr cooles Gefühl. Und dann vor allem der Fokus auch auf Perfektionismus und Kreativität, der in diesem Job ja doch auch sehr dominant ist, macht's für mich auch wirklich spannend."

Emma Walter (20), 3. Ausbildungsjahr

Damen- und Herrenkleidung

Während der Ausbildung spezialisieren sich die Lehrlinge entweder auf Damen- oder auf Herrenkleidung. Neben privaten, familiär geführten Ateliers bilden auch Theater- und Opernhäuser Maßschneider aus, weil sie stets einen großen Bedarf an Kostümen für die unterschiedlichsten Stücke haben. Dominik Reisch gefällt, dass in diesem Beruf Genauigkeit vor Schnelligkeit geht. Er will Herrenmaßschneider werden.

"Es ist toll zu sehen, wie derjenige sich dann darüber freut, wenn das Kleidungsstück, was nur für ihn ist, was sonst kein anderer hat, zu besitzen und anziehen zu können. Das ist schon schön, das dann so zu sehen."

Dominik Reisch (26), 2. Ausbildungsjahr

Richtig kreativ nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung können Maßschneider/-innen ihre Meister- oder Technikerprüfung ablegen und auch ein Studium beginnen. In den Gesellenjahren sammeln manche Erfahrung im Ausland oder in der Industrie. Nach der Meisterprüfung machen sich die meisten Maßschneider selbstständig und spezialisieren sich zum Beispiel auf Kindermode, Brautkleider oder gründen ein Geschäft für maßgeschneiderte Herrenmode. Dann, so berichten sie, werde der Beruf zwar noch anstrengender, aber auch viel kreativer.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Maßschneider/-in
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre, mit Abitur und beruflicher Begabung zwei Jahre
  • Ausbildungsform: dual
  • Ausbildungsorte:Berufsschule, Ausbildungsbetrieb (Werkstatt und Laden)
  • Zugang: Kein spezieller Abschluss vorgeschrieben
  • Eignung: handwerkliches Geschick, Gespür für Farben und Formen, Kreativität und Sinn für Ästhetik, Mathematik
  • Prüfung: Theorie und Praxis bei der Handwerksinnung.  
  • Die wichtigsten Infos zum Beruf: Mathematik (messen, rechnen), Kreativität (Zeichnen; Stoffe, Farben, Schnitte wählen)
  • Perspektiven: Meister/-in, Textilbetriebswirt/-in, Schnittdirektrice, Selbstständigkeit

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Mathematik

In diesem Beruf wird nach Maß gearbeitet, entsprechend wichtig ist ständiges Rechnen und Kalkulieren.

Kreativität

Auch wenn Maßschneider-Azubis anfangs in erster Linie die Entwürfe und Schnitte ihrer Ausbilder umsetzen, können sie Ideen einbringen.


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