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Maschinen- und Anlagenführer Textilveredelung Färben, Ausrüsten, Veredeln

Die Produktionshallen sind groß, die Maschinen und Anlagen oft 50 Meter lang. Hitze, Dampf und Druck im Kessel. Maschinen- und Anlagenführer Textilveredelung beherrschen riesige Industrieanlagen und führen Veredelungsprozesse durch, die manchmal Stunden dauern. Da sind Überstunden und Schichtarbeit an der Tagesordnung.

Stand: 21.01.2019

Marcel und Berkay arbeiten bei TVE in Selb. Bei dem Lohnveredelungsbetrieb liefern Kunden dicke Rollen mit Textilien an. Berkay, Marcel und ihre Kollegen sorgen dafür, dass die Stoffe besondere Eigenschaften bekommen, sie färben, bringen öl- oder wasserabweisende Schichten auf und machen die Textilien schwer entflammbar.

"In der Ausbildung lernt man bei uns den Umgang mit Maschinen und Anlagen, den Umgang mit Chemikalien, Textilhilfsmitteln, mit Farbstoffen, die wir zum Färben, zum Ausrüsten oder allgemein zum Veredeln von Textilien benötigen. Man lernt den Umgang mit der Technik an sich… im Team."

Soner Cetin, Ausbilder

"In der Ausbildung geht es vor allem darum, die Maschinen sicher zu bedienen, auch für die Person selbst sicher zu arbeiten. Dann ist es ganz wichtig, dass man ein Farbverständnis hat und dass man Farben richtig beurteilen kann."

Stephan Falck, Unternehmer

Azubis aus ganz Deutschland

Blockunterricht an der Berufsschule Münchberg

Die Ausbildung dauert zwei Jahre. In die Berufsschule nach Münchberg in Nordbayern kommen Azubis aus ganz Deutschland. Im Blockunterricht lernen die jungen Leute, wie Textilien hergestellt und veredelt werden.

"Das interessante ist, dass der Beruf vielfältig ist, dass es nicht monoton ist, dass man nicht nur das gleiche macht, sondern verschiedenes, mehrere Bereiche, Abteilungen, …"

Sulu Azad (23), 2. Ausbildungsjahr

Vollautomatisch aus der Vorratskammer

Berkay am Farbstoffroboter

Berkay bereitet das Färben einer großen Rolle vor. Dafür muss er die Färbeflotte herstellen. Als erstes stellt Berkay die passende Farbmischung her. Dafür gibt es ein Rezept. Wenn Berkay die Farbnummer in den Computer eingibt, dann kommen die Zutaten vollautomatisch aus der Vorratskammer. Das hilft Fehler zu vermeiden. Mit einer kleinen Schaufel und einer Art Löffel misst er Gramm für Gramm des Farbpulvers ab. Drei verschiedene Farbpulver muss er so zusammenmixen.

Berkay muss ganz exakt arbeiten. Sollte er einen Fehler machen, würde die automatische Waage Alarm schlagen.

"Es gibt erstmal bei uns die Ausbildungen. Das ist einmal der Maschinen- und Anlagenführer für Textil, der geht 2 Jahre. Dann kann man weitermachen, das geht 3 Jahre und nennt sich Produktveredler für Textil. Und wenn man das gut abschließt und man sieht, man will im Betrieb weiterkommen, dann kann man nach einigen Jahren den Textiltechniker machen."

Dirk Röthel, Textilingenieur

Maschinen- und Anlagenführer Textilveredlung verdienen für einen Industrieberuf durchschnittlich - dazu kommen oft Schichtzulagen. Die zweijährige Ausbildung ist gut für Einsteiger geeignet, die auch mal anpacken wollen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offiziell Berufsbezeichnung: Anlagen- und Maschinenführer Textilveredelung
  • Ausbildungsdauer: zwei Jahre
  • Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule
  • Ausbildungsorte: Veredlungsbetriebe der Textilindustrie
  • Zugang: keine besonderen formalen Voraussetzungen.
  • Eignung: Rechnen, Interesse an Chemie und Physik, handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Teamfähigkeit
  • Prüfung: IHK
  • Die wichtigsten Infos zum Beruf: Maschinen- und Anlagenführer Textilveredlung bedienen und warten auch komplizierte Produktionsmaschinen. Sie kennen die Anlagen und wissen wie sie gepflegt, eingestellt, fachgerecht bedient und auch umgerüstet werden.
  • Perspektiven: Produktveredler/ -in Textil | Techniker/-in | Studium
  • Alternativen: Maschinen- und Anlagenführer Textilherstellung (zweijährig) | Produktveredler/ -in Textil (dreijährig) | Maschinen- und Anlagenführer anderer Fachbereiche

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Gefahr

Maschinen- und Anlagenführer Textilveredlung gehen regelmäßig mit Gefahrstoffen um. Die Garne und textilen Flächen werden mit Chemikalien behandelt. Da muss Sicherheitskleidung, etwa Schutzbrille und Handschuhe getragen werden.

Genauigkeit

Maschinen- und Anlagenführer Textilveredlung arbeiten oft sehr genau, etwa wenn es ums Färben geht. Bei den Rezepturen müssen Chemikalien und Hilfsstoffe bis auf das Zehntel-Gramm genau abgemessen werden.


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