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Konstruktionsmechaniker/-innen Für Leute, die anpacken und mitdenken

Jacke überziehen, Handschuhe an, Schweißhelm aufsetzen und los geht’s. Bei 1.200 Grad ist Konzentration gefragt. Das Schweißen gehört zu den Hauptaufgaben der Konstruktionsmechaniker. Sie müssen dabei nicht nur auf ihre eigene Sicherheit achten, sondern auch auf die Qualität der Schweißnähte.

Von: B. Grillenberger

Stand: 10.12.2018

Fabian Niederlöhner lernt den Beruf des Konstruktionsmechanikers bei der Firma Jeremias in Wassertrüdingen. Er schweißt fast schon wie ein Profi. Im ersten halben Jahr hat der 20-Jährige sich nur an Übungsteilen versucht. Jetzt hat er den Bogen raus. Der Lichtbogen, der beim Schweißen entsteht, bildet sich durch die elektrische Spannung zwischen Werkstück und Elektrode. Mit der hohen Temperatur bringt Fabian das Metall zum Schmelzen. Der Azubi verbindet mit dieser Fügetechnik Bauteile für einen Schornstein.

85 Tonnen Druck

Mit rund 85 Tonnen Druck biegt die Kantbank den vorgegebenen Winkel in das Werkstück. Fabian muss darauf achten, dass er die CNC-Maschine vorher mit den richtigen Daten füttert.

"An der Kantmaschine muss ich die Beschaffenheit vom Material wissen, also die Zähigkeit vor allem. Das ist notwendig, um die Maschine korrekt einzustellen."

Fabian Niederlöhner (20), 2. Lehrjahr

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Wer gute Noten hat, kann mit der Zustimmung des Unternehmens die Ausbildung um ein Jahr verkürzen.

Vom Blech bis zum Endprodukt

Yannik Vogelgesang arbeitet bei der Firma Burkholz in Burgbernheim. Das Unternehmen beliefert die Automobilindustrie mit sogenannten Sonderladungsträgern. Das sind Gestelle, die beispielsweise Bremsscheiben und Bremssättel während des Fertigungsprozesses transportieren. Yannik ist stolz, denn er arbeitet mit - vom Blech bis zum Endprodukt.

"Es ist auf jeden Fall ein tolles Gefühl, wenn man jetzt weiß, man hat das Teil fertig gebaut und es passt alles. Das ist super und es macht Spaß, wenn man sieht, was man am Ende geschafft hat."

Yannik Vogelgesang (19), 3. Lehrjahr

Yannik muss sorgfältig arbeiten, denn selbst als Azubi hat er schon viel Verantwortung. Alle Schrauben müssen festsitzen, die Schweißnähte dicht sein und die Maße der Zeichnung entsprechen. In der Fertigungshalle trägt Yannik immer einen Gehörschutz, denn es ist laut. Wer keinen Lärm verträgt und sich nicht schmutzig machen will, eignet sich nicht für den Beruf des Konstruktionsmechanikers.

"Die Arbeit macht Spaß, aber man muss sich bewusst sein, dass es keine saubere Arbeit ist. Zum Beispiel hat man auch mal ein dreckiges Rohr in der Hand und fasst sich dann ins Gesicht. Man darf eben kein Problem damit haben, mal schmutzig zu werden."

Yannik Vogelgesang (19), 3. Lehrjahr

Industrie oder Handwerk

Konstruktionsmechaniker/-innen arbeiten hauptsächlich in der Industrie, aber auch einige Handwerksbetriebe bilden in diesem Beruf aus. Die Azubis arbeiten viel mit den Händen. Handwerkliches Geschick ist deshalb eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Beruf.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Konstruktionsmechaniker/-in
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsorte: Die meisten Azubis lernen in Unternehmen der Industrie, manche machen die Ausbildung in Handwerksbetrieben. Wie in der dualen Ausbildung üblich, besuchen die Konstruktionsmechaniker die Berufsschule - meist im Blockunterricht.
  • Zugang: Es ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Unternehmen erwarten einen guten Hauptschulabschluss oder mittlere Reife.
  • Eignung: Die Unternehmen suchen Auszubildende, die gerne mit den Händen arbeiten und körperlich fit sind. Auch sollten Konstruktionsmechaniker/-innen Spaß daran haben, mitzudenken und eigene Ideen einzubringen.
  • Perspektiven: Konstruktionsmechaniker/-innen arbeiten nach der Ausbildung in Fertigungshallen. Die Einsatzbereiche können vom Maschinenbediener bis zum Schweißer reichen, je nach Eignung und Bedarf auf Unternehmensseite.
  • Weiterbildung: Techniker/-in, Meister/-in, Studium (z.B. Maschinenbau) oder Spezialisierung (z.B. Schweißer/-in)

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Die Maße der Bauteile müssen mit denen der technischen Zeichnungen übereinstimmen. Konstruktionsmechaniker/-innen müssen deshalb immer wieder nachmessen und die Einstellungen der Maschinen anpassen.

Team

Manche Bauteile können Konstruktionsmechaniker/-innen aufgrund ihrer Größe oder ihres Gewichts nicht alleine heben. Deshalb arbeiten sie immer wieder mit Kollegen im Team zusammen.

Gefahr

Die Arbeit mit Metall ist nicht ganz ungefährlich. Konstruktionsmechaniker/-innen sollten Handschuhe tragen, um sich nicht an spitzen Blechen zu schneiden. Beim Schweißen müssen sie unbedingt entsprechende Schutzkleidung tragen.


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