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Informatikkaufmann/-frau Dolmetscher zwischen IT und Kunden

Rechner installieren, Störungen beheben, Anwender schulen, Datensicherheit checken: Als Informatikkaufmann oder -frau hat man einen abwechslungsreichen Job. Das Besondere: Informatikkaufleute verbinden IT und das Kaufmännische – sie sind in beiden Welten zu Hause. Und das ist in fast jeder Branche gern gesehen.

Stand: 14.01.2019

Eric Kuhn ist Informatikkaufmann. Der 26-Jährige arbeitet in der Deutschland-Zentrale von BRZ in Nürnberg, einem Software-Spezialisten für die Baubranche. Die Programme unterstützen Firmen, ihre Bau-Projekte online zu organisieren. Wenn Kunden Fragen oder Probleme haben, hilft er telefonisch weiter. Per Fernwartung kann Eric an seinem PC in Tabellen und Pläne der Kundschaft reinschauen.

Kommunikatives Talent ist wichtig

Gerade am Bau herrscht oft enormer Zeitdruck - blöd, wenn dann noch die Software Probleme macht. Eric muss gestresste Anrufer beruhigen und auch unter Druck weiterhelfen. Kommunikatives Talent ist also wichtig in diesem Job - genauso wie kaufmännisches Verständnis, Spaß an Teamarbeit, Sorgfalt und analytische Fähigkeiten. Ein Programmier-Freak muss man nicht unbedingt sein. Das Programmieren lernen die Azubis in der Berufsschule. Interesse an IT und Computern sollte aber schon da sein. Gutes Englisch ist wichtig.

"Englisch ist sehr wichtig, weil: Es globalisiert sich ja alles. Und das merken wir bei den Unternehmen draußen. Es ist auch nicht selten, dass wir eine Präsentation auf Englisch machen müssen, weil das Unternehmen selbst international aufgestellt ist. Da sitzt dann halt nicht nur Heinz Müller da, sondern auch jemand aus Norwegen oder England oder Italien. Und dann ist die Antwort immer in Englisch."

Eric Teichler, Informatikkaufmann

Ludwig-Erhard-Schule in Fürth

In der Berufsschule stehen klassische kaufmännische Fächer wie Rechnungswesen und Controlling auf dem Lehrplan. Aber auch Software-Entwicklung, Systemintegration und Anwendersupport.

"Der größte Unterschied ist, dass der Fachinformatiker vielleicht etwas spezieller auf seine Fachrichtung schaut. Er schaut auf das Programmieren und auf die IT-Systeme als Administrator. Da werden Systeme administriert. Und der Kaufmann, der Informatikkaufmann, der ist breiter aufgestellt, der ist der Schnittpunkt zwischen dem Kunden und dem technischen Part."

Ernst Rech, Abteilungsleiter IT, Ludwig-Erhard-Berufsschule Fürth

Kosten im Blick

Informatikkaufleute sind in ihrer Firma die Schnittstelle zwischen betriebswirtschaftlicher Organisation und IT-Bereich. Sie sind innerhalb ihrer Firma Ansprechpartner der Fachabteilungen, aber oft auch nach außen zu den Kunden. Sie haben computertechnisches Fachwissen, entwickeln passende IT-Lösungen - sie haben aber auch die Kosten im Blick: zum Beispiel, wenn sie Angebote von Herstellern einholen und Geräte bestellen.

Datensicherheit, Datenschutz und Digitalisierung

Kundenberatung vor Ort

Die Themen Datensicherheit, Datenschutz und die Digitalisierung machen den Beruf auch in den nächsten Jahren wichtig. Die Ausbildung in fast allen Branchen möglich und bietet später vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Viele Informatikkaufleute studieren anschließend oder gleich dual während der Ausbildung. Wirtschaftsinformatik ist beliebt. In der Firma können sie sich spezialisieren: auf persönliche Kundenberatung vor Ort oder auf Support am Telefon beispielsweise.

Fazit: IT ist die Zukunftsbranche. Die Ausbildung zum Informatikkaufmann oder Informatikkauffrau ist vielseitig, in jeder Branche gefragt und bietet gute Karrierechancen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Informatikkaufmann/-frau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre, Verkürzung möglich
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Unternehmen fast aller Wirtschaftsbereiche: z.B. Banken, Versicherungen, Krankenhäuser, Industrie und Handel, IT-Firmen
  • Zugang: Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben. Viele Betriebe stellen Bewerber mit Abitur, bzw. Hochschulreife ein. Auch Studienabbrecher haben gute Chancen.
  • Eignung: Spaß an Teamarbeit, kaufmännisches und technisches Verständnis, Interesse an Computern und Programmierung
  • Perspektiven: Die Jobaussichten sind ausgesprochen gut. Die IT-Branche ist dank Digitalisierung ein Wachstumsmarkt. Die Nachfrage nach IT-Experten ist groß, die Verdienstmöglichkeiten sehr gut.
  • Alternativen: IT-System-Kaufmann/-frau; IT-System-Elektroniker/-in; Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kommunikation

Informatikkaufleute sind oft Vermittler zwischen den Fachabteilungen ihrer Firma und den Kunden. Man sollte also technische Sachverhalte gut rüberbringen können.


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