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Industrie-Isolierer/-in Gut gedämmt ist halb gewonnen

Industrie-Isolierer helfen Unternehmen dabei, ihre Energiekosten zu senken. Sie dämmen Rohre und Maschinen in industriellen Anlagen. Dafür wählen sie die richtigen Dämmstoffe aus, bearbeiten Bleche und stellen Ummantelungen her. Außerdem sind Industrie-Isolierer Profis in Sachen Lärm- und Brandschutz gefragte Spezialisten.

Von: D. Fuchs

Stand: 23.07.2018

Eine Industrieanlage in Schkopau bei Halle in Sachsen-Anhalt: Unzählige ineinander verschlungene, silberglänzende Rohre. Sie dienen als Transportwege für ganz unterschiedliche chemische Grundstoffe - und auch für die Abgase, die bei der Produktion entstehen. Der Betreiber der Anlage wünscht, dass die Dämmung der Rohre regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls erneuert wird. Das ist die Aufgabe von Industrie-Isolierern wie Max Mittag und seinem Bauleiter Toni Böhland von der Firma Bilfinger. In den Rohren herrschen ganz unterschiedliche Temperaturen - von heiß bis eiskalt kann alles dabei sein. Deshalb ist eine gute Isolierung wichtig.

"Wir dämmen die, damit am Ende die Temperatur auch am Ende des Rohres ankommt wie es in das Rohr eingespeist wird, sonst hat der Kunde zu viele Energieverluste und dementsprechend zu hohe Energiekosten, darum machen wir da die Isolierung drauf."

Toni Böhland, Bauleiter

Die Ausbildung

Max und Toni haben die 3-jährige Ausbildung zum Industrie-Isolierer absolviert. Es gibt nur ein paar Berufsschulen dafür in Deutschland, in Lindau in Bayern zum Beispiel und in Leuna in Sachsen-Anhalt. Während der 3-jährigen Lehrzeit wird dort im Blockunterricht die Theorie vermittelt. Im "Ausbildungszentrum Bau" in Holleben, Sachsen-Anhalt, werden die Azubis in allen praktischen Bereichen trainiert: Bleche bearbeiten, Ummantelungen herstellen, Dämmstoffe zuschneiden. Dabei sind handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen wichtig. Man sollte aber auch rechnen können.

Gefragte Spezialisten

Inzwischen haben Max und Toni schon viele Jahre Berufserfahrung hinter sich. In der Industrieanlage ihres Kunden entfernen sie jetzt die alte Dämmung und die Ummantelung. Auf einem Plan kontrollieren sie die Maße der neuen Teile und besprechen das weitere Vorgehen. Die jungen Männer arbeiten mal in der Halle und mal im Freien: auch bei Temperaturen von über 30 Grad.

"Grundsätzlich wenn man mal an so einem Tag in der Halle ist, ist es nicht schlimm, weil da kann man sich ein bissl runterkühlen, weil wenn man den ganzen Tag mit den langen Sachen arbeitet, jetzt geht's, jetzt haben wir Schatten, wenn heut Nachmittag die Sonne rumkommt, dann wird's kriminell."

Max Mittag, Industrie-Isolierer

Schutzkleidung ist Pflicht - auch wenn Max und Toni an heißen Tagen darunter schwitzen. Sie hat eine spezielle, schwer entflammbare Beschichtung. Max und Toni befestigen die Isolier-Wolle, darüber bringen sie die Ummantelung an. Sie arbeiten zügig und konzentriert. Am Ende glänzt alles wieder. Sie haben ihren Auftrag erfüllt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Industrie-Isolierer/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: dual - Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: IHK
  • Ausbildungsorte: trieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätte
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Im Allgemeinen werden Azubis mit Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss eingestellt.
  • Eignung: handwerkliches Geschick, körperliche Fitness, räumliches Vorstellungsvermögen, Mathekenntnisse, technisches Zeichnen
  • Perspektiven: Industrie-Isolierer sind gefragte Spezialisten, die in großen Industrieanlagen dafür sorgen, Energieverluste möglichst gering zu halten. Arbeitsplätze variieren je nach Region. Dort wo es Industrie gibt, werden auch Industrie-Isolierer gesucht (z.B. rund um Leuna, Sachsen-Anhalt).
  • Alternativen: Isolierfacharbeiter/-in (2-jährig), Wärme-, Kälte-, Schallschutzisolierer/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit:

Genauigkeit ist sehr wichtig. Die einzelnen Bauteile für eine Ummantelung müssen hinterher zusammenpassen und ein Ganzes ergeben.

Gefahr:

Industrie-Isolierer arbeiten immer wieder in sogenannten "explosionsgeschützten Bereichen". Dort ist besondere Vorsicht geboten - wegen möglicherweise austretender explosiver Gase etwa. Außerdem kommen Isolierer immer wieder mit gesundheitsschädlichem Abfall in Berührung, z. B. wenn sie alte Dämmungen entfernen.


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