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Elektroniker/-in Automatisierungstechnik Für Tüftler und Technikbegeisterte

Heizungen werden durch einen Schaltschrank gesteuert und geregelt. Produktionsbänder transportieren Waren, die dann maschinell verpackt werden. Solche Anlagen zum Laufen zu bringen, sie zu warten und zu reparieren - ist die Aufgabe von Elektronikern für Automatisierungstechnik.

Stand: 22.08.2016

Martin Ereth tippt die Bestellung über einen Touchscreen ein: zehn Mal rot, zehn Mal gelb. Und schon geht es los: Aus großen Behältern fallen bunte Kugeln in kleine Glasfläschchen - exakt die bestellte Menge. Anschließend werden sie über das Band weitertransportiert - zur Qualitätskontrolle. Martin ist Elektroniker bei Siemens und trainiert Alltagssituationen. So eine Anlage könnte in der Pharmaindustrie eingesetzt werden.

Tüfteln bis es passt

Anlagensteuerung

Infrarot-Sensoren erkennen die Flaschen und geben den Impuls für den Weitertransport auf dem Band. Alles muss exakt gesteuert und geregelt werden. Das ist die Aufgabe von Elektronikern: viele Stunden verbringen sie vor dem Computer und programmieren. Immer wieder treten auch Fehler auf. Elektroniker lernen sie zu beheben. Zum Beispiel kann das Transportband stehen bleiben. Die Fläschchen mit den bunten Kugeln stauen sich. Auf den ersten Blick scheint alles ok. Jetzt heißt es tüfteln. Bis zur Problemlösung kann es dauern, denn die Ursachen können ganz unterschiedlich sein.

"Man sucht zwei Tage lang, wo der Fehler liegt, weil ja das rote Licht da ist, aber es nicht funktioniert und irgendwann hab ich dann gemerkt, dass die Kabel rausgerutscht sind, 3 mm reingeschoben und schon ging wieder alles, das kann nerven, aber es macht Spaß."

Martin Ereth, Elektroniker

Unter Strom

Anlagenüberprüfung

Bettina Ehnes und Reiner Beck betreten eine Steuerzentrale einer Heizungsanlage. Ein kahler Raum in dem lediglich die großen, glänzenden Heizungsrohre ins Auge fallen - und ein rot blinkendes Alarmsignal auf einem der Schaltschränke. Es zeigt an, dass mit der Heizung etwas nicht stimmt. Bettina und ihr Kollege sollen das Problem lösen. Die 19-Jährige ist im dritten Lehrjahr. Ihr Laptop ist das wichtigste Werkzeug bei so einem Einsatz im Außendienst. Schnell ziehen sie ein USB-Kabel vom tragbaren Computer zum Schaltschrank.

"Immer Werkzeug benutzen, nicht mit den Fingern irgendwohin, man muss sich immer bewusst sein, dass da Spannung ist und wenn Du da hinlangst, dann kriegst Du einen Schlag."

Bettina Ehnes, 3. Lehrjahr, 19 Jahre

Mit einer speziellen Software spüren sie den Fehler auf: Ein Temperaturfühler ist kaputt. Im Schaltschrank muss Bettina verschiedene Messungen durchführen. Sie arbeitet konzentriert: das ist lebenswichtig, denn der Umgang mit Strom birgt immer Gefahren. Am Ende greift die 19-Jährige zum Schraubenzieher und tauscht den Temperaturfühler aus. Elektroniker für Automatisierungstechnik müssen beides haben: handwerkliches Geschick und ein Händchen für Computer.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Elektroniker/-in Automatisierungstechnik
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Im Betrieb und in der Berufsschule Prüfung: Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer
  • Zugang: Grundsätzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. In der Industrie braucht man die Mittlere Reife, oft auch Abitur. Das Handwerk verlangt mindestens den Quali, allerdings gibt es hier viel weniger Ausbildungsplätze als in der Industrie.
  • Eignung: Elektroniker für Automatisierungstechnik müssen fit in Mathematik und Physik sein. Logisch denken und technisches Verständnis gehören ebenso wie gute Computerkenntnisse zum Beruf dazu.
  • Perspektiven: Meister, Techniker oder ein Studium sind die klassischen Wege nach der Ausbildung.
  • Alternativen: Elektroniker für Geräte und Systeme, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Systeminformatiker


Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Elektroniker müssen exakt und gründlich arbeiten. Dabei hilft handwerkliches Geschick. Zwei linke Hände kann sich in dem Beruf niemand erlauben.

Gefahr

Das Arbeiten mit Strom birgt immer Gefahren. Konzentration ist lebenswichtig.

Arbeitszeit

Fehler suchen, Probleme lösen - und die Anlage wieder zum Laufen bringen. Da kann’s abends oder am Wochenende auch mal länger dauern. Unregelmäßige Arbeitszeiten gehören dazu.


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