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Fachpraktiker/-in im Damenschneiderhandwerk Bluse, Rock & Co.

Stoffe zuschneiden, Näharbeiten ausführen, bügeln, Kunden beraten – unter Anleitung erledigen Fachpraktiker und Fachpraktikerinnen im Damenschneiderhandwerk wichtige Arbeiten in der Textil-Fertigung. Diese Handwerker mit Handicap brauchen Geschick und Kreativität.

Stand: 22.04.2019

Rund 30 Arbeitsschritte sind nötig, um einen Damenrock mit Futter, seitlichem Schlitz, Abnäher und Reißverschluss anzufertigen. Für Corinna Jenig eine Aufgabe, die sie mit Begeisterung angeht. Die 21-Jährige hat eine Lernschwäche. Anzeichnen von Schnittmustern auf Stoff, Ausschneiden oder Markieren der Nähte mit Nadel und Garn - das alles erledigt sie schon wie ein Profi. Sollte es doch mal ein kleines Problem geben, hilft ihre Ausbilderin. Corinna lernt im Leipziger Berufsbildungswerk "Fachpraktikerin im Damenschneiderhandwerk". Jetzt im 3. Lehrjahr steht sie kurz vor den Abschlussprüfungen.

"Einfach ein Traum, selbst Kleider zu nähen, der Kreativität freien Lauf zu lassen, das ist einfach toll."

Corinna Jenig

In der Berufsschule büffelt sie regelmäßig Theorie. Sie kennt die unterschiedlichsten Stoffe und weiß, wie sie beispielsweise durch Färben und Bedrucken veredelt werden. Auch die zahlreichen speziellen Nähmaschinen hat sie inzwischen im Griff: Es gibt da ganz verschiedene Modelle - für Knopflöcher oder Seitennähte. Sie erleichtern ihr die Arbeit.

Im Praktikum in einer Änderungsschneiderei hatte sie mit Kunden und ihren speziellen Wünschen zu tun. Auch das gefällt ihr. Fachpraktiker/-in im Damenschneiderhandwerk - für Corinna eine gute Chance in der Textilbranche Fuß zu fassen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachpraktiker/-in im Damenschneiderhandwerk
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Berufsausbildung für Menschen mit Handicap (geregelt nach Kammerregelungen gemäß §66 Berufsbildungsgesetz §42m Handwerksordnung)
  • Ausbildungsorte: In der Ausbildungswerkstatt, im Praktikumsbetrieb und an der Berufsschule
  • Zugang: kein Schulabschluss nötig
  • Eignung: Die Agentur für Arbeit stellt fest, wer sich dafür eignet.
  • Perspektiven: Beschäftigung im Textilgewerbe, oft als Zuarbeiter auch in Maß- und Änderungsschneidereien, in Fachgeschäften für Textilwaren oder Schneidereibedarf.
  • Weiterbildung: Unter bestimmten Voraussetzungen Weiterqualifikation zum/zur Maßschneider/-in oder Änderungsschneider/-in möglich.

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Allein das Einfädeln eines Fadens in ein winzig kleines Nadelöhr erfordert vom Fachpraktiker Geschick. Viele Arbeitsschritte werden in diesem Beruf mit der Hand ausgeführt. Knöpfe annähen, Reißverschlüsse einarbeiten und Knopflöcher anfertigen - das lernt man schon im 1. Ausbildungsjahr.

Genauigkeit

Das Übertragen von Schnittmustern auf Stoff mit der Kreide, das anschließende Zuschneiden per Hand und natürlich verschiedene Nähtechniken - das erfordert genaues Arbeiten. Auch die Auswahl farblich passender Nähgarne muss mit großer Sorgfalt erfolgen.

Gefahr

Immer wieder müssen Kleidungsstücke auch gebügelt werden. Um sich dabei nicht zu verletzen, ist ein konzentrierter Umgang mit dem Bügeleisen erforderlich. Verletzungsgefahr besteht auch beim Nutzen von Nadeln und Nähmaschinen.


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