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Elektron. für Informations- und Telekommunikationstechnik Mit Sicherheit ein spannender Beruf

Brandmelder, Überwachungskameras, Alarme – Elektroniker/-innen der Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik kennen sich damit aus. Sie sind technikbegeistert, handwerklich geschickt und übernehmen viel Verantwortung, denn es geht darum, Menschenleben zu schützen.

Stand: 01.09.2018

Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik kümmern sich um die Technik, die uns Kommunikation ermöglicht und Sicherheit bietet. Die Azubis projektieren und installieren Telefonanlagen, Alarmanlagen, Überwachungssysteme und andere Systeme der Kommunikations- und Sicherheitstechnik, bauen Datennetzwerke auf, lernen Rechner zu konfigurieren und Software anzupassen. Auch Wartung und Kundenbetreuung spielen eine große Rolle.

Auro Lutz bekommt einen Anruf. Bei einer Einbruchmeldeanlage im Baumarkt ist der Bewegungsmelder ausgefallen. Die Anlagen dürfen je nach Wert und Gefahr nur eine bestimmte Zeit ausfallen. Hier muss Auro innerhalb von 48 Stunden reagieren - das ist vertraglich geregelt. Anhand von Plänen verschafft er sich einen ersten Überblick und bespricht seine Fragen mit dem Juniorchef des Familienbetriebs, Matthias Kittel. Anschließend holt er das Ersatzteil aus dem Lager und fährt los. Elektroniker der Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik arbeiten manchmal im Team, ziehen aber auch häufig alleine los.

"Oft ist es so, man kommt an Baustellen, trifft auf irgendwelche Probleme, die man noch nie hatte. Das muss einem gefallen, dass man jeden Tag konfrontiert ist mit seiner eigenen Unwissenheit und man muss Spaß daran haben, über sich hinauszuwachsen."

Auro Lutz (29), 4. Ausbildungsjahr

Im Baumarkt angekommen, arbeitet Auro höchst konzentriert, denn die Anlage soll Millionenwerte schützen. Der neue Bewegungsmelder muss korrekt auslösen, damit die Einbruchmeldeanlage keine Sicherheitslücke aufweist. Auro stellt Auslösewinkel und Empfindlichkeit des Melders ein. Anschließend hat der Kunde noch eine Frage zur Bedienung der Anlage. Verschiedene Kameras für drinnen, draußen, Tag oder Nacht - Elektroniker müssen ihre Produkte kennen.

Zwischen 3.000 und 20.000 Euro kann es kosten, Fenster und Türen mit hochwertigen Alarmanlagen ausstatten zu lassen. Ob Magnetkontakt oder Erschütterungsmelder - im Showroom der Firma Kittel schaut sich Auro die neueste Technik an. Individuelle Sicherheitskonzepte entwickeln, Angebote erstellen, Aufträge an Land ziehen und die Mitarbeiter effizient einteilen - Juniorchef Matthias Kittel beweist mit seinen 26 Jahren kaufmännisches Geschick.

"Ich würde es als sehr sicheres und zukunftsorientiertes Handwerk sehen. Die Sicherheitstechnik kommt immer mehr und dass alles ein Stück weit überwacht und gemessen wird. Und gerade diese Sensor- und Elektrotechnik wird in den nächsten Jahrzehnten noch viel gefragter werden."

Matthias Kittel, Meister der Elektrotechnik

Die Städtische Berufsschule für elektrische Anlagen- und Gebäudetechnik in München ist bayernweit die einzige Schule für diese Fachrichtung. In der dreieinhalbjährigen Lehre kommen die Auszubildenden zwölf Wochen pro Jahr hierher. So auch Sebastian Kunesch. Der 17-Jährige lernt bei der Firma Bauer Elektroanlagen. Das Besondere hier in München: die Ausbildungswerkstatt zum Üben. Heute bauen die Azubis ein Datennetz für Computer auf. Wie schnell die Daten im Netzwerk unterwegs sind, hängt von den verbauten Komponenten ab. Beim Abisolieren der Kabel braucht es handwerkliches Geschick, um sie nicht zu beschädigen.

"Hier werden wir auf die Praxis vorbereitet. Da kann man mal anfassen und ausprobieren, was man dann draußen auf der Baustelle mal wirklich machen muss. Wenn hier was schief geht, macht man's nochmal."

Sebastian Kunesch (17), 1. Ausbildungsjahr

Viel Konfigurationsarbeit, der Umgang mit Informationstechnik - hier stellen sich vor allem junge Frauen sehr geschickt an. Auszubildende sollten sich im Klaren sein, dass sie sich in einem von Männern dominierten Beruf zurechtfinden müssen - so wie auf Baustellen. Auch Kabel ziehen in unwegsamem Gelände gehört dazu. Geschicklichkeit und Sorgfalt sind gefragt beim Arbeiten an stromführenden Bauteilen.

"Man braucht eine gewisse körperliche Robustheit. Ich sag dann immer dazu, auch bei den Einstellungsgesprächen: es kann auch mal kalt sein, es kann warm sein, es kann mal schmutzig sein, es kann mal laut sein - das gehört dazu. Aber es bringt trotzdem viel, viel Spaß."

Thomas Konkel, Meister der Elektrotechnik

Rechner konfigurieren, Software anpassen und Programmtests durchführen - das alles lernen die Azubis. Wer offen und lernbereit für neue technische Entwicklungen ist, begibt sich mit der Ausbildung zum Elektroniker oder zur Elektronikerin der Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik in ein zukunftsorientiertes Handwerk.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Elektroniker/-in der Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Handwerk: Zur Arbeit im Lehrbetrieb kommt der regelmäßige Besuch der Berufsschule und die überbetriebliche Ausbildung in der Innung im Blockunterricht hinzu. Die Städtische Berufsschule für elektrische Anlagen- und Gebäudetechnik in München ist bayernweit die einzige Schule für diese Fachrichtung.
  • Ausbildungsdauer: Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsorte: Flächendeckend gibt es deutschlandweit Meisterbetriebe im Elektrotechnikerhandwerk.
  • Prüfung: Gestreckte Abschlussprüfung bei der Handwerkskammer in Theorie und Praxis. Das heißt Zwischenprüfung bereits nach zwei Jahren. Die Noten zählen schon mit 40 Prozent zum Gesamtergebnis.
  • Zugang: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
  • Eignung: Technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit (Kundenwünsche erkennen und umsetzen), mathematisches Verständnis, Verantwortung übernehmen, Lernbereitschaft für neue Techniken und Auflagen.
  • Perspektiven: Die Berufsaussichten sind sehr gut. Informations- und Sicherheitstechnik entwickeln sich stetig weiter. Neue Geräte und Techniken müssen immer auch beim Kunden installiert, konfiguriert und gewartet werden. Es ist deshalb ein sicheres und zukunftsorientiertes Handwerk.
  • Alternative: Informationselektroniker/-in Fachrichtung Bürosystemtechnik, Informationselektroniker/-in Fachrichtung Geräte- und Systemtechnik, Elektroniker/-in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Beim Installieren von sicherheitsrelevanten Anlagen wird Genauigkeit gefordert. Bewegungsmelder von Alarmanlagen müssen exakt eingestellt werden, um korrekt auszulösen. Oft geht es um Millionenwerte und die Einbruchmeldeanlage darf keine Sicherheitslücke aufweisen. Oder bei Brandmeldeanlagen: Sie können später Leben retten. Elektroniker und Elektronikerinnen müssen sorgfältig und handwerklich geschickt arbeiten, damit ihnen keine Fehler unterlaufen.

Kraft

Wie schnell sind die Daten im Netzwerk unterwegs? Wie hoch muss die Akkuspannung der Alarmanlage sein? Bei dieser Ausbildung dreht sich vieles um Zahlen. Gute Noten in Mathematik und Physik erleichtern den Berufseinstieg. Die ersten eineinhalb Jahre haben die Auszubildenden den gleichen Lehrplan wie die Elektroniker der Fachrichtung Gebäudetechnik.

Gefahr

Umsicht ist gefragt, beim Arbeiten an stromführenden Bauteilen und Spannungsanschlüssen. Bei der Montage kleiner Bauteile oder beim Verlegen von elektrischen Leitungen müssen Elektroniker/-innen der Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik sehr geschickt vorgehen und viel Verantwortung übernehmen. Um einen sicheren Systembetrieb zu gewährleisten, prüfen sie die elektrischen Schutzmaßnahmen und Sicherheitseinrichtungen.


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