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Edelsteinschleifer/-in Diamanten, Schmucksteine, Laserstäbe

Sie sorgen für einen glänzenden Auftritt: Edelsteinschleifer/-innen arbeiten mit Turmalinen, Smaragden und Diamanten. In Schmuckateliers und Werkstätten bearbeiten sie Rohsteine und bringen sie mit der richtigen Schleiftechnik zum Funkeln. Doch auch in der Industrie kommen Edelsteine zum Einsatz.

Stand: 24.09.2018

Schleifen und polieren - das gehört für Oliver Schwarz zum Alltag. Der 16-Jährige macht eine Ausbildung zum Edelsteinschleifer bei der Firma Stephan in Idar-Oberstein. Aus dem Rohsteinlager holt er sich einen Zirkonia. Noch ist der Schmuckstein ungeschliffen. Oliver bearbeitet ihn so lange, bis er die richtige Größe und Form hat. Am Ende dürfen auf der Oberfläche keine Kratzer und Unebenheiten mehr erkennbar sein.

Der richtige Schliff macht's

Das Wichtigste sind die Facetten, erst die bringen die Steine zum Funkeln. Die richtige Schleiftechnik ist Übungssache. Edelsteinschleifer/-innen brauchen handwerkliches Geschick. Außerdem sind eine ruhige Hand, Feingefühl und Geduld wichtig. Oliver sitzt oft stundenlang an der Schleifmaschine und muss konzentriert arbeiten. Edelsteine sind kostbar, jeder Milimeter entscheidet. Immer wieder überprüft Oliver Form und Fläche, zu viel darf der Auszubildende nicht wegschleifen.

"Für mich war es am Anfang ziemlich schwer und jetzt mit der Zeit wird es immer besser. Es gibt zwar immer noch die eine oder andere Form, die mir nicht so gut liegt, aber langsam wird es und es macht mir richtig Spaß."

Oliver Schwarz (16), 1. Lehrjahr

Kristalle aus dem Labor

Mit Schmucksteinen hat Michelle Sander nur wenig zu tun. Sie arbeitet in der Industrie und macht ihre Ausbildung im Forschungsinstitut für mineralische und metallische Werkstoffe in Idar-Oberstein. Hier werden Kristalle im Labor gezüchtet. Michelle bearbeitet künstliche Kristalle für die moderne Lasertechnologie. Die kommen später in der Automobilbranche und in der Medizin zum Einsatz. Die 18-Jährige hat gute Noten in Mathe und Physik.

Die meisten Edelsteinschleifer/-innen bringen einen Hauptschulabschluss mit. 2018 wurde der Beruf neu geregelt. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Je nach Interesse und Begabung können die Azubis zwischen vier Fachrichtungen auswählen: Edelsteinschleifen in Schmuck oder Industrie, Diamantschleifen, Edelsteingravieren.

Vom Rohdiamant zum Brillant

Einst war der Diamantschleifer ein gängiger Beruf in der Schmuckindustrie. Heute bilden nur noch wenige Betriebe aus. Die Firma Hahn in Idar-Oberstein ist eine der ältesten Diamantschleifereien Deutschlands. Hier arbeitet Dominik Kierspel mit echten Diamanten. Sie gelten als Könige unter den Edelsteinen. Als Diamantschleifermeister muss der 35-Jährige die Steine in Form schleifen. Durch die von Hand bearbeitete Oberfläche steigt ihr Marktwert. Der sogenannte Brillant ist der edelste Schliff, den ein Rohdiamant bekommen kann. Er braucht 57 Facetten, die das Licht reflektieren.

"Also ich hätte nie gedacht, dass die Laserkristalle auch für die Chirurgie verwendet werden, zum Beispiel, wenn man an den Augen operiert wird, wenn irgendetwas gelasert wird, das ist schon interessant was dann draus wird."

Michelle Sander (18), 3. Lehrjahr

Kleine Kunstwerke

Lena Molz hat sich für das Edelsteingravieren entschieden und erschafft im Schmuckatelier Lorenz in Idar-Oberstein kleine Kunstwerke für die Ewigkeit. Die 25-Jährige hat schon immer gerne gezeichnet und kann hier ihre kreative Seite ausleben. Kettenanhäger mit dem eigenen Namen oder Ringe mit Familienwappen - Lena graviert feine Linien in den Schmuckstein und macht daraus Unikate.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Edelsteinschleifer/-in
  • Ausbildungsdauer: Die Ausbildung dauert drei Jahre.
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule.
  • Prüfung: Staatliche Abschlussprüfung in Theorie und Praxis durch die Handwerkskammer.
  • Ausbildungsorte: Idar-Oberstein in Rheinlandpfalz gehört zu den wichtigen Zentren der deutschen Schmuckindustrie. Nicht nur die meisten Ausbildungsbetriebe liegen in dieser Region, sondern auch eine der wenigen Berufsschulen. Wer den Beruf ergreifen will, muss flexibel sein und eventuell für die Ausbildung umziehen.
  • Zugang: Es ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.
  • Eignung: Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, ein gutes Gehör und gute Augen, Sorgfalt und Genauigkeit
  • Perspektiven: Meister/-in, Studium im Fach Schmuckdesign, Selbstständigkeit
  • Alternativen:Gold bzw. Silberschmied/-in, Edelsteinfasser/-in, Feinpolierer/-in, Verfahrensmechaniker/-in

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Diamanten, Rubine, Turmaline - Edelsteinschleifer arbeiten mit kostbaren Materialien und müssen beim Zuschneiden und Schleifen der Steine präzise arbeiten.

Geschick

Edelsteinschleifer bringen Rohsteine in die gewünschte Form und verpassen ihnen den richtigen Feinschliff. Oft sitzen sie stundenlang an einem Stein und bearbeiten ihn bis er funkelt. Hier ist handwerkliches Geschick gefragt.

Kreativität

Wer gerne zeichnet, ist hier richtig. Beim Gravieren können Edelsteinschleifer ihre kreative Seite ausleben. Sie gestalten Kettenanhänger mit eigenem Namen oder Siegelringe mit Familienwappen. Durch viel Fleiß entstehen kleine Schmuckkunstwerke, die weltweit von Kunden getragen werden.

Sorgfalt

Edelsteinschleifer arbeiten auch in der Industrie und tragen eine hohe Verantwortung. Viele Edelsteine kommen in der Automobilbranche und der Medizin zum Einsatz und müssen sauber verarbeitet sein.


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