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Dachdecker/-in Dachdeckungstechnik Damit's nicht reinregnet

Jeder will ein Dach über dem Kopf, sicher soll es sein, und meist auch noch schön aussehen. Mit Natursteinschiefer, Tonziegel, Holzschindeln und Metall decken Dachdecker/-innen unterschiedlichste Gebäude. In kaum einem anderen Handwerksberuf erlernt der Nachwuchs in der dreijährigen dualen Ausbildung mehr Werkstoffe und Arbeitstechniken. Bis zur Gesellenprüfung können sich die Azubis auf einen von fünf Schwerpunkten spezialisieren. Einer davon: Dachdeckungstechnik.

Stand: 10.07.2019

"Ich werde Dachdecker, weil's ein Beruf mit "Aufstiegsmöglichkeiten" ist, sagt der 18-jährige Yannik im ersten Lehrjahr als Dachdecker mit der Spezialisierung auf Dachdeckungstechnik. Und schon steigt er über das Baugerüst hinauf aufs Dach eines neuen Wohnhauses und montiert mit seinem Meister erst einmal eine Unterkonstruktion aus Holzlatten für die Dachziegel. Mit vier Kollegen holt sich Yannik eine Palette voller Tonziegel aufs Dach. Während der Kranarbeiten tragen alle immer Helm und Sicherheitsschuhe. Dann verteilen sie die rund 20 Kilo schweren Ziegelpakete und decken sie auf die Lattenkonstruktion. Wo das Dach einen Knick hat, eine so genannte Dachkehle, formt Yannik ein Kupferblech unter die Ziegel, damit in der Kehle kein Wasser ins Dach dringt. Er setzt die Schutzbrille auf, schneidet mit der laut kreischenden und staubenden Flex Ziegel passend in den Kehlwinkel und blickt am Ende des Tages auf eine fertig gedeckte Dachfläche. Sorgfalt geht immer vor Schnelligkeit.

"Kein Dach ist wie das andere. Da muss man immer unterscheiden, je nachdem, was draufkommt, was drunter ist, und so weiter."

Yannik Hüttner (18), 1. Ausbildungsjahr

Viel Abwechslung

Dachdecker können am Ende ihrer dreijährigen Lehrzeit die Dächer alter Häuser erneuern, neue Gebäude decken, Dämmung einbauen, Schneefanggitter, Blitzableiter und Dachfenster einsetzen. Sie arbeiten mit vielfältigen Werkzeugen und Materialien. Meist erledigen die Ausbildungsbetriebe unterschiedlichste Aufträge vom steilen Kirchendach bis zum flachen Gewerbebau. Sie decken eine altdeutsche Schieferdeckung ebenso wie eine moderne Dachhaut aus Kupfer- oder Zinkblech. Das macht den Beruf für Nachwuchskräfte wie den 16-jährigen Leon abwechslungsreich. Hitze, Regen und kalte Tage steckt er ebenso weg wie die Arbeit in großer Höhe. Das fiel ihm nicht von Anfang an leicht.

"Höhenangst darf man nicht haben. Man darf auch keine Angst haben, runter zu fallen. Nur Respekt. Weil: Angst bringt nichts! Das ist falsch hier."

Leon Becher (16) , 1. Ausbildungsjahr

Keine Sorge um Aufträge

Nach ihrer Lehrzeit sind Dachdecker gefragte Handwerker. Wer die Meisterprüfung macht, übernimmt Verantwortung auf den Baustellen, betreut die Mitarbeiter, hilft dem Chef bei der Abrechnung. Und wer künftig sein eigener Chef werden will, findet im Dachdeckerberuf sehr gute Chancen, weil viele kleinere Handwerksbetriebe keine Nachfolger in der eigenen Familie finden. Frauen sind in dem Beruf noch die Ausnahme, steigen aber immer öfter aufs Dach.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Dachdecker/-in
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre; mit mittlerem Schulabschluss, Abitur oder besonderer Eignung ist eine Verkürzung auf zwei Jahre möglich.
  • Ausbildungsform: dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule
  • Ausbildungsorte: Berufsschule mehrwöchig im Blockunterricht, auf Baustellen und im Ausbildungsbetrieb
  • Zugang: Kein spezieller Abschluss vorgeschrieben
  • Eignung: Teamfähigkeit, handwerkliches Geschick, sportlich und belastbar, schwindelfrei
  • Prüfung: Theorie und Praxis durch die Handwerkskammern, Prüfungsorte sind meist die Ausbildungszentren.
  • Die wichtigsten Infos zum Beruf: Mathematik (messen, rechnen) | Teamarbeit (fast immer arbeiten mehrere Kollegen auf einer Baustelle)
  • Perspektiven: Meister/-in, Techniker/-in, Selbstständigkeit, Studium

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