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Selbstständigkeit in der Gastronomie Mehr als Kochen

"Selbst entscheiden", "etwas eigenes Schaffen", "sich kreativ ausleben" – diese Argumente treiben Gründer an. Für ihre Selbstständigkeit nehmen sie ein großes Risiko in Kauf. So scheitert jeder dritte Gründer innerhalb der ersten drei Jahre.

Stand: 05.02.2016

Der Blick in die Statistik zeigt: rund 4,3 Millionen Menschen sind in Deutschland selbstständig. Der Großteil bietet Dienstleistungen an, dazu zählt auch die Gastronomie. Grundsätzlich kann jeder ein Lokal, eine Bar oder ein Café führen, sofern er sich an gewisse Vorschriften hält, z.B. Hygiene oder Ausschankzeiten. Die Statistik zeigt aber auch: Je besser sich Gründer in ihrer Branche auskennen, je länger sie berufliche Erfahrungen gesammelt haben, desto erfolgreicher sind ihre Vorhaben. Nico Oßwald führte als Angestellter mehrere Jahre ein Café, sein Geschäftspartner Max Schulte studierte BWL - gemeinsam machten sich die beiden in Würzburg selbstständig. Max Mundus heißt ihr Geschäft, ein Laden für exklusive Biere. Damit verwirklichen Nico und Max ihren Traum vom "Chef sein".

Finanzierung

Den beiden war von Anfang an klar, dass es eine harte Zeit werden würde: Die ersten Monate mit niedrigen Einnahmen - und trotzdem müssen sie ihre laufenden Kosten, wie Miete oder Krankenversicherung, bezahlen. Verputzen, Streichen, Regale bauen - möglichst viele Aufgaben erledigen die beiden selbst, um Geld zu sparen. Fast die Hälfte aller Gründer startet mit gerade mal 5.000 Euro Startkapital. Der Bereich Gastronomie erfordert technische Geräte, die meist teuer sind. Nico und Max haben einen Kredit aufgenommen, für den sie einen Businessplan vorlegen mussten.

Businessplan

  • Wie sieht mein Angebot aus?
  • Wer ist meine Zielgruppe, wer ist meine Konkurrenz?
  • Wie organisiere ich mein Unternehmen?
  • Mit welchen Einnahmen rechne ich? - diese Fragen beantwortet der Businessplan.

Beratung

So leicht es sein mag, Gastronom oder Hotelier zu werden, so schwer ist es, mit einem Betrieb erfolgreich am Markt zu bestehen. Deshalb ist es ratsam, sich auf dem Weg in die Selbstständigkeit professionell begleiten zu lassen. IHK oder Handwerkskammer bieten eine kostenlose Erstberatung. Wichtiger Ansprechpartner ist zudem die Hotel- und Gaststätten-Beratungsgesellschaft (HOGA). Nico und Max besuchten zudem die Gründermesse und Seminare der IHK. Die Informationen halfen ihnen bei der Auswahl des Standortes für ihr Geschäft und auch bei der Entscheidung geeigneter Werbemittel.

Gründung

Mit der Eröffnung ihres Geschäftes ist ein entscheidender Schritt geschafft. Monatelang haben die beiden darauf hingearbeitet. Doch es bleibt kaum Zeit sich auszuruhen. Nun müssen sie möglichst viele Menschen von ihrem Angebot überzeugen, um auf dem Markt zu bestehen. Auch in den ersten Jahren nach Unternehmensgründung sind Selbstständige meist noch auf Hilfe angewiesen. Dazu gibt es spezielle Förderprogramme, z.B. "Gründercoaching Deutschland". Zwar haben sich Nico und Max die ersten Schritte in die Selbstständigkeit nicht so anstrengend vorgestellt, ihre Entscheidung haben sie jedoch noch nicht bereut.

Weitere Infos

  • Wichtige Fragen, die bei der Entscheidung helfen: Bin ich von meiner Idee überzeugt? Kann ich andere Menschen dafür gewinnen?
  • Wichtige Punkte zum Start: Geschäftsidee kritisch prüfen, Markt analysieren, Beratungsangebote annehmen, Businessplan entwickeln, Fördermöglichkeiten prüfen
  • Ansprechpartner: IHK und Handwerkskammer bieten eine kostenlose Erstberatung. Zudem organisieren sie Gründermessen. Selbstständige berichten dort von ihren Erfahrungen.
  • Formalitäten: Neben der Arbeit im Geschäft oder Lokal kommt die Arbeit im Büro. Ein Behördenwegweiser erleichtert die Erledigung der Formalitäten: www.bmwi-wegweiser.de
  • Fördermöglichkeiten: Es gibt verschiedene Förderprogramme für Gründer - auch dazu beraten IHK und Handwerkskammer.
  • Gründerportale/-initiativen: www.existenzgruender.de, www.gruenderland.bayern.de

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