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Teilqualifizierung Berufsabschluss in Etappen

Der Mangel an Fachkräften ist in einigen Regionen und Branchen deutlich spürbar und wird sich durch die demografische Entwicklung weiter verschärfen. Dabei gibt es auf dem Arbeitsmarkt und in den meisten Betrieben eine große Zahl von Ungelernten, die als potentielle Fachkräfte in Frage kämen. Für sie gibt es die Möglichkeit, an Teilqualifizierungsmaßnahmen teilzunehmen.

Stand: 07.01.2016

Bei der Teilqualifizierung werden bekannte Ausbildungsberufe zu Facharbeitern und Fachkräften in mehrere Module aufgegliedert. Jedes Modul ist in sich geschlossen und ergibt eine Teilqualifizierung. Entsprechend dem Bedarf im Betrieb und den Fähigkeiten des Mitarbeiters kann der Teilnehmer in kleinen Einheiten weitere Qualifikationsstufen erreichen. Nach der theoretischen und praktischen Ausbildung wird jede Teilstufe durch eine Prüfung abgeschlossen. Bereits mit der ersten Teilqualifizierung kann die Fachkraft in der betrieblichen Praxis effektiv eingesetzt werden. Durchläuft ein Teilnehmer alle Module / Teilqualifizierungen erfolgreich, kann er sich zur sogenannten Externen-Prüfung bei den Kammern oder anderen zuständigen Stellen melden. Nur für ausgewählte Berufe werden Teilqualifizierungsmaßnahmen angeboten. Daneben bieten auch zertifizierte Bildungsträger und Bildungswerke Maßnahmen zur Teilqualifizierung an. Diese Angebote richten sich beispielsweise an Erwerbslose oder Arbeitnehmer, die die Angebote erst nach Feierabend wahrnehmen können.

Die Definition

Teilqualifikationen sind einheitlich strukturierte Einheiten, die unterhalb des Facharbeiterbriefs zu standardisierten Zertifikaten führen; sie sind an typischen betrieblichen Arbeits- und Geschäftsprozessen ausgerichtet. (Quelle: www.arbeitsagentur.de)

Die Zielgruppe

Teilqualifikationen richten sich an die Gruppe der über 25-Jährigen, für die eine traditionelle Berufsausbildung im Betrieb und in der Berufsschule nicht mehr das Richtige ist. Dazu zählen insbesondere:

  • junge Erwachsene ohne Berufsabschluss
  • Berufsrückkehrer mit nicht mehr aktueller beruflicher Qualifikation nach der Familienpause
  • ältere Beschäftigte ohne Ausbildung oder mit einer beruflichen Qualifikation, die ebenfalls so lange zurückliegt, dass sie als Basis für die Beschäftigungsfähigkeit nicht mehr ausreicht

"Bei Teilqualifikationen handelt es sich um modulartige Bausteine einer gesamten staatlich anerkannten Berufsausbildung. In der Regel sind die Teilqualifikationen insoweit sehr gut geeignet für die Menschen, die bislang bildungsfern waren und vielleicht bislang auf eine Ausbildung verzichtet haben, die wieder ins Lernen einsteigen wollen, aber nicht die gesamte Strecke an einem Stück hinter sich bringen möchten, sondern sich so, Step by Step, allmählich nach vorne arbeiten möchten."

Jakob Grau stellv. Leiter, Agentur für Arbeit, Rosenheim

Die Finanzierung

Die Maßnahmen zur Teilqualifikation können im Einzelfall über die Agenturen für Arbeit, die Jobcenter, Optionskommunen oder den Europäischen Sozialfond gefördert werden. Die Agenturen für Arbeit geben dafür Bildungsgutscheine aus. Die Ausgabe eines Bildungsgutscheins setzt immer eine individuelle Beratung voraus. Die Gutscheine gibt es nur dann, wenn durch die Weiterbildung eine Arbeitslosigkeit beendet wird und die Qualifikation zur dauerhaften Integration in den Arbeitsmarkt notwendig ist. Je nach Einzelfall können darüber hinaus weitere Bildungsziele gefördert werden.

Die wichtigsten Infos

Die Besonderheiten

  • Teilqualifizierung führt zu einem anerkannten Abschluss
  • Maßnahme ist berufsbegleitend möglich
  • kann gefördert werden, z.B. von der Bundesagentur für Arbeit

Das ist wichtig

  • Qualifizierung erfolgt modular
  • Module basieren auf anerkannten Ausbildungsberufen
  • werden nicht für alle Berufe angeboten
  • Prüfung nach jedem einzelnen Modul

Erste Anlaufstellen

  • Bundesagentur für Arbeit
  • Industrie- und Handelskammern
  • Handwerkskammern
  • Arbeitgeberverbände und deren Bildungswerke

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