ARD-alpha - Grundkurs Englisch


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Grammatik (15) Wenn-Sätze im Englischen

Carolin Nyhuis auf ihrer letzten Mission: Bedingungssätze oder auch "Wenn-Sätze". Wenn Sie jetzt aufpassen, haben Sie den Grammatikteil hinter sich.

Stand: 19.08.2011 | Archiv

Bedingungssätze (Konditionalsätze) sind solche, bei denen das Ereignis im Hauptsatz (also der Satzteil ohne if (wenn) nur stattfindet, wenn die Bedingung im if-Teil erfüllt wird.

Eric bereitet anlässlich seiner Rückkehr aus den USA eine Party vor und gibt uns einen Einblick in die Welt der Bedingungssätze: "If you see me boiling my hand, please wake me up", sagte Eric zum Beispiel. Will heißen: Wenn, und nur wenn, Eric sich die Hand verbrüht, soll man ihn wecken.
Es gibt drei Arten von Konditionalsätzen im Deutschen und im Englischen:

1. Realis der Gegenwart: Die Bedingung wird wahrscheinlich eintreffen.
2. Irrealis der Gegenwart: Es ist nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich, dass die Bedingung Realität wird.
3. Irrealis der Vergangenheit: Die Bedingung kann nicht oder nicht mehr erfüllt werden.

Aber nun mal der Reihe nach:

Der Realis der Gegenwart ("If-Satz Typ 1")

Der "If-Satz Typ 1" bezieht sich auf die Zukunft. Es wird etwas geschehen, wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt ist. Ob sie das sein wird, weiß man (jetzt noch) nicht, aber es ist realistisch und damit denkbar: "If all my guests arrive on time, I will not have everything prepared." Wenn Erics Gäste alle pünktlich kommen, wird er mit seinen Vorbereitungen nicht fertig sein.

Zeitenfolge beim If-Satz Typ 1
SatzteilZeiten
"If all my guests arrive on time, ...Present Simple
... I will not have everything prepared."Future Simple

Zur Bildung des Realis der Gegenwart (If-Satz Typ 1) verwendet man im Deutschen Präsens und Futur I, im Englischen dementsprechend Present Simple und Future Simple. Grundsätzlich kann man auch - wie Eric das in der Aufforderung "If you see me boil my hand, please wake me up" tut - auch den Imperativ (die Befehlsform) verwenden.

Der Irrealis der Gegenwart ("If-Satz Typ 2")

Der "If-Satz Typ II" bezieht sich auf eine Situation in der Gegenwart. Wenn diese sich ändert, was ja theoretisch möglich ist, dann könnte das Ereignis im Hauptsatz stattfinden: "If I were one of these players, I would take a nice, long vacation". Wenn Claudia ein deutscher Fußballnationalspieler wäre, würde sie erstmal einen langen Urlaub nehmen.

Zeitenfolge beim If-Satz Typ 2
SatzteilZeiten
"If I were one of these players, ...Past Simple
... I would take a nice, long vacation".Conditional Simple

Zur Bildung des Irrealis der Gegenwart ("If-Satz Typ 2") verwendet man im Deutschen das Präteritum (auch Imperfekt oder 1. Vergangenheit) und das Konjunktiv II. Im Englischen bildet man derlei Sätze mit dem Past Simple und dem Conditional I.

Für den Irrealis der Gegenwart, 1. Person Singular, verwendet man were statt was! Will heißen: Man sagt "I were ..." NICHT "I was ...".

Der Irrealis der Vergangenheit

Die sogenannte Unmöglichkeitsform heißt deshalb so, weil die Bedingung nicht oder nicht mehr in Erfüllung gehen kann, denn der Satz bezieht sich auf die Vergangenheit. Wenn zu dem vergangenen Zeitpunkt etwas anders gewesen wäre, dann wäre vielleicht alles anders gekommen. Man spekuliert, wie es dann hätte sein können.

Genau das tut Eric, wenn er sagt: "If I had invited all of you yesterday, I would have explained everything in my sleep." Gestern ist vorbei, die Bedingung kann also nicht mehr wahr werden, doch Erics Furcht ist gegenwärtig: Wenn er seine Gäste gestern eingeladen hätte, dann hätte er wohl im Schlaf erzählt.

Zeitenfolge beim If-Satz Typ 3
SatzteilZeiten
"If I had invited all of you yesterday, ...Past Perfect
... I would have explained everything in my sleep."Conditional II + Past Participle

Der Irrealis der Vergangenheit, im Deutschen eine Konstruktion aus Konjunktiv II und Plusquamperfekt (3. Vergangenheit), besteht im Englischen aus dem Conditional II (would + have) und dem Past Participle (hier: explained).

Ein paar Tipps zu den "If"-Sätzen

1. In "If"-Sätzen können statt will ("If"-Satz Typ 1) oder would ("If"-Satz Typ 2) auch Auxiliaries (Hilfsverben) stehen. Beispiel: "If I had invited you yesterday, I may have talked in my sleep."

Und jetzt noch einer von Carolins berühmten Merksätzen: "Der If-Satz ist würde-los", denn im guten deutschen Konjunktivsatz verwendet man wenn möglich keine "würde" (käme statt kommen, würde etc.). Und auf das Englische übertragen bedeutet das: In den If-Teil des Satzes gehört kein shall, will, kein would oder should.

Wenn nicht - unless und andere Alternativformulierungen

Aber zu einem if gehört auch ein unless: Unless ist die englische Variante von "falls nicht", "soweit nicht" oder auch "sofern nicht" und ist damit eine andere Formulierung für if not. Das deutsche "Wenn" kann ja auch durch "angenommen, dass", "vorausgesetzt, dass" oder "falls" ersetzt werden. Das englische if wird substituiert durch in case, providing oder supposing that. Aber auch für diese gelten dieselben Regeln wie für if.

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