ARD-alpha - Grundkurs Deutsch


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9. Texte analysieren und vorbereiten 9.2. Inhaltliche Zusammenfassung

Beim Zusammenfassen von Texten gibt es einiges zu beachten. Man muss den Original-Text wirklich verstehen und in eigenen Worten wiedergeben. Wie schafft man das?

Von: Stefan Bagehorn

Stand: 30.03.2019 | Archiv

Ein Abgeordneter liest im Bundestag einen Zeitungsartikel | Bild: picture-alliance/dpa

Bei der inhaltlichen Zusammenfassung müssen Sie es vermeiden, den Text einfach nachzuerzählen. Verlangt sind eigene Worte. Der knifflige Punkt bei den Inhaltsangaben liegt für viele darin, die gedankliche beziehungsweise argumentative Struktur des Original-Textes zu erkennen. Darum geht es aber im Wesentlichen. Es kommt nicht nur darauf an, zu erkennen: Was sagt der Autor, sondern auch: Warum sagt er das an dieser Stelle.

Eigene Worte finden

Wie kommen Sie nun zu Ihrer inhaltlichen Zusammenfassung in eigenen Worten? Indem Sie den Text nach seinen Sinnabschnitten gliedern und versuchen, diese als Gedankenstütze in einem Satz zusammenfassen. Dann haben Sie nach einigem Überlegen eine Reihe von überschriftartigen Sätzen zusammen, die die zentralen Aussagen ihrer jeweiligen Sinnabschnitte kurz und prägnant formulieren. Aus diesem Rohmaterial erstellen Sie dann die verlangte Form der inhaltlichen Zusammenfassung. Im Augenblick können Ihnen im Rahmen von Abschlussprüfungen zwei Formen von Inhaltsangaben begegnen: die Inhaltsangabe in Thesenform und die strukturierte Textwiedergabe.

Inhaltsangabe in Thesenform

Bei der Inhaltsangabe in Thesenform reiht man die Kernaussagen des Textes in Form kurzer Aussagesätze aneinander, ohne sie zu einem zusammenhängenden Textgefüge zu verbinden. Bei der Inhaltsangabe in Thesenform sollten einfache Aussagesätze verwendet werden. Also bitte keine komplizierten Adverbialsatzkonstruktionen!

Strukturierte oder strukturierende Textwiedergabe

Bei der strukturierten oder strukturierenden Textwiedergabe sind - im Gegensatz zur Inhaltsangabe in Thesenform - auch längere Teilsatzkonstruktionen erlaubt. Aber man muss zwei andere wichtige Vorgaben beachten: Die Textstruktur wird mit Hilfe von Verben aus dem Wortfeld "Formulieren und Argumentieren" herausgearbeitet. Also zum Beispiel: "der Autor informiert", "er begründet" oder "er folgert daraus". Diese sogenannten Strukturwörter stehen im Indikativ Präsens.

Die zweite wichtige Vorgabe ist die indirekte Rede. Die eigentlichen Textinhalte müssen in der Zusammenfassung in die indirekte Rede gesetzt werden. Also bitte merken: Strukturwörter im Indikativ Präsens, Verben aus dem Text im Konjunktiv.


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