ARD-alpha - Grundkurs Deutsch


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8. Lesen, verstehen, zusammenfassen 8.1. Satzzeichen

Manchmal lästig, aber durchaus sinnvoll sind Satzzeichen. Denn erst mit Satzzeichen wird aus einer Abfolge von Worten ein verständlicher Text. Wann setzt man Punkt, Komma, Klammer oder Doppelpunkt?

Von: Stefan Bagehorn

Stand: 29.03.2019 | Archiv

Satzzeichen ergeben Sinn. Sie strukturieren Texte, sie teilen diese also in Sinneinheiten ein und weisen häufig bestimmten Inhalten erst die richtige Bedeutung zu.

Sie haben gesehen, Sätze ohne Satzzeichen können völlig unverständlich sein, dazu noch ein weiteres Beispiel: ein Wortsalat-Satz aus Friedrich Schillers "Die Räuber" - Original, aber ohne jedes Satzzeichen und alles klein geschrieben:

Beispieltext ohne Satzzeichen: nach Friedrich Schillers "Die Räuber"

räuber moor vom pferd springend freiheit freiheit du bist im trocknen roller führ meinen rappen ab schweizer und wasch ihn mit wein wirft sich auf die erde das hat gegolten

Und so sieht die richtige Version aus - mit Groß- und Kleinschreibung, mit Absätzen, mit Klammern, mit Punkten, und … mit deutlich mehr Sinn:

Beispieltext: aus Friedrich Schillers "Die Räuber"

RÄUBER MOOR (vom Pferd springend).

Freiheit! Freiheit! Du bist im Trocknen, Roller!

Führ meinen Rappen ab, Schweizer, und wasch ihn mit Wein.

(wirft sich auf die Erde)

Das hat gegolten!

Sie sehen, wie viel mehr man allein durch die Zeichensetzung versteht. Ganz abgesehen von der Groß- und Kleinschreibung, die auch viel zum Verständnis des Textes beiträgt. Nutzen Sie beim Lesen die Hilfestellung, die Ihnen die Zeichensetzung zum Verstehen anbietet.

Faustregel zur Zeichensetzung:

  • Ein Punkt schließt eine Aussage ab.
  • Ein Komma zeigt eine Ergänzung oder Fortführung einer Aussage an.
  • Eine Klammer grenzt Zusätze oder Nachträge zum Text ab.
  • Ein Doppelpunkt kündigt etwas an, zum Beispiel eine Erklärung oder eine Aufzählung.

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