ARD-alpha - Grundkurs Deutsch


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7. Lesen und verstehen 7.1. Lesen ist nicht gleich lesen

Es gibt je nach Textart, Informationsziel oder Interesse ganz unterschiedliche Arten, wie man Texte lesen kann. Wir stellen diese Lese-Arten vor und geben Tipps für mehr Spaß am Lesen.

Von: Stefan Bagehorn

Stand: 29.03.2019 | Archiv

Frau liest auf einem "Büchersofa" | Bild: picture-alliance/dpa

Lesen ist nicht gleich lesen. Und lesen ist auch nur die Hälfte des dabei stattfindenden gedanklichen Prozesses. Die andere Hälfte ist das Verstehen. Das Lesen und das Verstehen sind sozusagen die zwei Seiten einer Medaille. In der Sekundärliteratur finden sich für diesen Zusammenhang unterschiedliche Begriffe wie "Lesekompetenz" oder "Leseverstehen", die aber im Grunde das Gleiche meinen: die Fähigkeit, geschriebene Texte in ihren Aussagen, in ihren Absichten und in ihrer Struktur zu begreifen.

Wann macht lesen Spaß?

Lesen macht mehr Spaß, wenn einen das Thema interessiert. Lesen macht mehr Spaß, wenn man schon etwas über das Thema weiß. Lesen macht mehr Spaß, wenn man nicht alle 30 Sekunden ins Wörterbuch schauen muss und Lesen geht schneller und erfolgreicher, wenn man weiß, was einen erwartet - wenn man also die Textsorte und deren Besonderheiten kennt, zum Beispiel Nachrichten von Kommentaren unterscheiden kann. Eine Empfehlung: Mit Zeitungslektüre verbessern Sie Ihre allgemeinen Sprachkenntnisse in Sachen Wortschatz, Grammatik und Satzbau und erweitern Ihr Weltwissen beträchtlich.

Die drei unterschiedliche Arten des Leseverstehens:

  • das gezielte Leseverstehen oder Scannen: die Fähigkeit, Texte auf der Satz- und Abschnittsebene zu verstehen und daraus gezielt bestimmte Informationsinhalte zu gewinnen.
  • das detaillierte Leseverstehen, bei dem jede Einzelheit, jedes Detail im Text begriffen wird. Erfordert gründliches, meist mehrfaches Lesen.
  • das globale Leseverstehen oder Überfliegen. Dabei geht es darum, einen Text im Großen und Ganzen zu verstehen.

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