ARD-alpha - Grundkurs Deutsch


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1. Zwischenmenschliche Kommunikation 1.4. Körpersprache

Körperhaltung, Mimik, Händedruck - das alles sagt eine Menge über den Menschen aus. Zum Beispiel zeigen sich Schüchternheit und Unsicherheit an mimischen und gestischen Signalen wie laschem Händedruck, fehlender Körperspannung, hängenden Schultern.

Von: Stefan Bagehorn

Stand: 27.03.2019 | Archiv

Streitendes Paar | Bild: John Foxx Images

Arrogant wirkt, wer mit nach vorn gerecktem Kinn und erhobenem Kopf durch einen anderen hindurch schaut und dabei noch mit den Händen in die Hosentaschen, die Beine leicht gespreizt, die Brust herausreckt. Aber Vorsicht bei der Interpretation - erst das Zusammenwirken der verschiedenen Signale ermöglicht eine korrekte Einschätzung.

Schau mir in die Augen - aber nicht zu lange

Zumindest in der westlichen Welt schauen sich die Menschen als Startsignal für eine kommunikative Handlung in die Augen. Die ersten drei, vier Sekunden Blickkontakt gelten für eine Begrüßung als normal. Alles, was länger dauert, drückt ein tiefer gehendes Interesse am Gegenüber aus. Nach einigen weiteren Sekunden wird der Blickkontakt als unangenehm oder sogar bedrohlich empfunden. Taktisch ganz unklug ist es aber, bei einer Begrüßung dem Gegenüber überhaupt nicht in die Augen zu schauen.

Wie sitzt und steht man richtig?

Die typische Zuhörhaltung, verschränkte Arme und verschränkte Beine, muss nicht unbedingt ein Zeichen von innerer Abwehr sein. Um die Zeichen richtig zu deuten, muss man mehrere Faktoren beachten. Was macht man mit den Armen beim Sitzen? Wohin mit den Füßen? Gerader Rücken? Wo schaue ich hin? An die Rückenlehne anlehnen? Oder lieber nach vorne rutschen? Und wie stehe ich so, dass ich weder arrogant noch schüchtern wirke?

Tipps: Richtig sitzen und stehen

Neutrale Position im Sitzen

  • Arme mit den Handflächen nach unten locker auf den Oberschenkeln ablegen
  • Füße in Hüftbreite nebeneinander fest auf den Boden stellen
  • Aufrechte Sitzposition
  • Die gesamte Sitzfläche in Anspruch nehmen
  • Mit dem Rücken an der Lehne abstützen
  • Nicht in den Stuhl sacken lassen! (wirkt demotiviert und wenig selbstbewusst)
  • Nicht auf der Kante des Stuhls sitzen! (drückt Angst aus)

Neutrale Position im Stehen

  • Beine etwa hüftbreit gespreizt fest auf den Boden stellen
  • Füße parallel nach vorne richten
  • Kopf möglichst gerade halten
  • Brustbein und Schultern heben
  • Arme locker an den Seiten herabhängen lassen
  • keine angespannt wirkende Brust-raus-Bauch-rein-Haltung!

Zu guter Letzt zwei Tipps

Wenn Ihnen jemand subjektiv zu nahe tritt, schieben Sie die Fußspitze dezent nach vorne in Richtung des "Dränglers". Das klappt fast immer und bringt die entsprechenden Zentimeter für die neutrale Wohlfühldistanz zurück. Der zweite Ratschlag lautet: Nicken hilft. Wenn Sie jemandem zuhören und dabei immer wieder mal nicken, macht Sie das deutlich sympathischer. Allerdings sollte man das Nicken richtig und dezent dosieren, sonst wird man nicht mehr ernst genommen. Noch cleverer ist es, sich selbst bejahend zuzunicken, während man die eigenen Argumente vorträgt - denn Nicken überzeugt grundsätzlich. Egal, ob man spricht oder zuhört.


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