ARD-alpha - Grundkurs Deutsch


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Grundkurs Deutsch (15) 15.4. Lektüre-Tipps

Die Welt da draußen in der Literatur: Dafür gibt es noch viele Beispiele. Stefan Bagehorn hat eine Auswahl lesenswerter Bücher zusammengestellt.

Von: Stefan Bagehorn

Stand: 02.04.2019 | Archiv

Nick Hornby auf der Frankfurter Buchmesse | Bild: picture-alliance/dpa

Die Welt da draußen in der Literatur: Dafür gibt es noch viele Beispiele. Stefan Bagehorn hat eine Auswahl lesenswerter Bücher zusammengestellt.

Nick Hornby:: "High Fidelity"

München: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., 1998

Einen Roman, der so beginnt wie der des Briten Nick Hornby, muss man einfach lesen:

"Die ewigen Top Five meiner unvergeßlichsten Trennungen für die einsame Insel in chronologischer Reihenfolge:
1. Alison Ashworth
2. Penny Hardwick
3. Jackie Allen
4. Charlie Nicholson
5. Sarah Kendrew
Das waren diejenigen, die wirklich weh getan haben."

Der Plattenladenbesitzer Rob Fleming erzählt aus seinem Leben und dabei erfährt man nebenbei eine ganze Menge über gute Platten und schlechte Platten, über englische TV-Serien und über Alison, Penny, Jackie Charlie und Sarah, denn Rob beschließt, seine Verflossenen noch einmal aufzusuchen. Nick Hornby hat übrigens auch den Roman "About a boy" geschrieben, der 2002 mit Hugh Grant in der Hauptrolle verfilmt wurde.

Jürgen Neckam:

"500 Romane in einem Satz. Das schnellste Literaturlexikon der Welt"

Köln: DuMont Buchverlag, 2007

Der Autor stellt tatsächlich die Handlung von 500 bekannten Romanen in jeweils einem Hauptsatz (plus Nebensätzen) vor und zitiert dazu immer auch die beste Stelle oder den besten Satz aus dem betreffenden Werk. Falls Sie sich zum Beispiel schon immer gefragt haben, worum es denn bei Arthur Conan Doyles "Der Hund der Baskervilles" gehen mag, können Sie es hier erfahren: "Die Mitglieder der Familie Baskerville sterben alle eines unnatürlichen Todes, darunter auch Sir Charles, der von einem höllisch anmutenden Hund zu Tode erschreckt wurde, ein Fall, den Meisterdetektiv Sherlock Holmes natürlich aufklären kann, wodurch er es Sir Henry ermöglicht, das Erbe der Baskervilles, auf das der Verbrecher Stapleton es abgesehen hatte, anzutreten." Der beste Satz aus dem Roman lautet nach Neckams Ansicht: "Nun, Watson, was leiten Sie davon ab?".

"Der schönste erste Satz":

herausgegeben von der Initiative Deutsche Sprache und der Stiftung Lesen, Ismaning: Hueber Verlag, 2008

Die Herausgeber hatten in einem internationalen Wettbewerb nach dem schönsten ersten Satz deutschsprachiger Bücher gesucht. Das Buch enthält eine Auswahl der besten Einsendungen, darunter zum Beispiel auch den Anfang von Monika Marons Animal triste: "Als ich jung war, habe ich wie die meisten jungen Menschen geglaubt, ich müsste jung sterben."

Peter Andreas: "Im letzten Garten. Besuch bei Toten Dichtern"

Gerstenberg Verlag, 2005

Der Autor hat 120 Gräber bekannter Schriftsteller aufgesucht und fotografiert. Etwa die Hälfte davon sind die deutschsprachiger Autoren wie Bettina von Arnim, Ingeborg Bachmann oder Friedrich Schiller. Auch Goethes Grab in der Fürstengruft auf dem Alten Friedhof in Weimar ist natürlich abgebildet, ebenso wie das von William Shakespeare, Oscar Wilde und Jean-Paul Sartre.

Elisabeth Frenzel: "Stoffe der Weltliteratur"

9. überarb. und erw. Aufl., Stuttgart: Kröner Verlag, 1998

Ein über 900 Seiten starkes Nachschlagewerk über die Behandlung bekannter Stoffe wie Faust, Helena, Don Juan oder auch Romeo und Julia in der Literatur. Falls Sie sich zum Beispiel näher über die literarische Aufarbeitung der Halsbandaffäre um Marie-Antoinette informieren wollen, können Sie dies hier und erfahren dabei, dass sich auch Goethe in seiner Tragikomödie Groß-Cophta (1791) mit dem Skandalstoff beschäftigt hat.

Elisabeth Frenzel: "Motive der Weltliteratur"

4. überarb. und erg. Aufl., Stuttgart: Kröner Verlag, 1992

Das Pendant zu Frenzels Stoffen verfolgt die Behandlung bestimmter Motive quer durch alle literarischen Epochen. Unter den Motiven finden sich zum Beispiel die Amazone, die unbekannte Herkunft, der Märtyrer, der Vater-Sohn-Konflikt oder auch der künstliche Mensch. Karl Mays Winnetou ist übrigens auch vertreten - unter dem Motiv des edlen Wilden auf Seite 842. Frank Wedekinds Lulu taucht sogar zwei Mal auf: unter "Die dämonische Verführerin" (S. 787) und als "Die selbstlose Kurtisane" (S. 449).


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