ARD-alpha - Die Entdeckungen großer Forscher

Mutter der modernen Algebra

Emmy Noether Mutter der modernen Algebra

Mit dem Namen Emmy Noether können meist nur Fachleute etwas anfangen. Seit 2009 steht ihre Büste in der Ruhmeshalle in München. Ihr größter Verdienst: Für Einsteins Relativitätstheorie hat sie die mathematische Formulierung entwickelt: das Noether-Theorem.

Blick ins Noether-Album

Sie besucht die Städtische Höhere Töchterschule, nimmt Klavierunterricht und tanzt gern. Nach Abschluss der Schule wird sie Lehrerin für englische und französische Sprache. Sie macht das Abitur an einem Nürnberger Gymnasium nach und bittet das Kultusministerium, Vorlesungen in Mathematik an der Erlanger Universität besuchen zu dürfen, was ihr auch gewährt wird. 1904 schreibt sie sich als Studentin ein, 1906 promoviert sie – mit der Note summa cum laude. Sie unterstützt Vorlesungen ihres Vaters.

1915 wird sie an die Universität Göttingen geholt: von Felix Klein und von David Hilbert. Sie erkennen ihr Ausnahmetalent. Im Juli des Jahres stellt sie einen Antrag auf Habilitation. Eine Ausnahmegenehmigung scheitert, weil sie eine Frau ist. "Sind wir doch der Meinung, dass ein weiblicher Kopf nur ganz ausnahmsweise in der Mathematik schöpferisch tätig sein kann.", so lautet das abschlägige Urteil des Ministeriums zwei Jahre später. Unter dem Namen von David Hilbert - "Meine Herren, eine Universität ist doch keine Badeanstalt" – darf sie unentgeltlich Seminare halten und Studenten betreuen. 1919 kann sie endlich habilitieren, als erste Frau in Göttingen. Sie wird zur außerordentlichen Professorin ernannt, wiederum ohne Bezahlung.

1932 muss sie aus ihrer Wohnung in Göttingen ausziehen, weil sie Jüdin ist. Ein Jahr später wird ihr die Lehrbefugnis entzogen. Die beiden letzten Jahre ihres Lebens ist sie Gastprofessorin am Frauencollege in Bryn Mawr, einem Vorort von Philadelphia. Dort stirbt sie am 14. April 1935 nach einer Tumoroperation mit 53 Jahren.