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HOCHSCHUL-BILDUNGS-REPORT Informatiklehrer dringend gesucht!

Es fehlen Lehrer in den MINT-Fächern, vor allem Informatik-Lehrer werden dringend gesucht. Campus Magazin trifft Lehrer, Professoren und Studierende und fragt, wie man mehr junge Menschen begeistern kann, Informatiklehrer zu werden.

Von: Barbara Fuss

Stand: 19.12.2017

Zu wenige junge Menschen entscheiden sich für ein Studium im MINT-Bereich. Das zeigt der Hochschul-Bildungsreport vom Stifterverband und der Unternehmensberatung McKinsey. Es mangelt am Nachwuchs, der Lust auf mathematisch-naturwissenschaftliche und technische Fächer hat. Vor allem Informatik-Lehrer werden dringend gesucht. Denn sie sind die Multiplikatoren für den Weg in die digitale Gesellschaft. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 6000 Informatiklehrer. Will man deutschlandweit bis 2020 Informatik als Wahlfach für alle ausbauen, bräuchte man 10.000 Lehrer. Wenn es in den Schulen bundesweit als Pflichtfach angeboten werden soll, bräuchte man sogar 30.000 Pädagogen.

Informatik wird je nach Bundesland sehr unterschiedlich angeboten.

Viele Bundesländer bieten Informatik erst in der Oberstufe oder als Wahlfach an. Nur Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben bisher Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe 1 (bis 10. Klasse). Zusätzlich ist Informatik in Bayern im naturwissenschaftlich-technischen Zweig auch in der Oberstufe schon jetzt verpflichtend. Mit dem neunjährigen Gymnasium soll der Unterricht noch ausgebaut werden.

Informatik als Unterrichtsfach schon in der Grundschule?

Fachlehrkräfte sind der Meinung, dass Informatik bereits in der Grundschule in kleinen Lektionen unterrichtet werden soll. Denn umso früher Kinder sich mit den Anwendungen und dem Programmieren vertraut machen, umso eher begeistern sie sich später für das Fach.

Notlösung: Fachfremde Lehrer unterrichten Informatik

Derzeit kann das bayerische Kultusministerium nur etwa die Hälfte des Informatik-Unterrichts mit Fachlehrern besetzen. Viele davon haben mittels berufsbegleitenden Nachqualifizierungen das Staatsexamen in Informatik abgelegt. Der Rest des Unterrichts wird von fachfremden Lehrkräften, etwa Biologielehrern übernommen.

Berufsziel Informatiklehrer - eher Fehlanzeige

An der TU München haben in diesem Semester rund 1000 Studenten das Informatik-Studium begonnen, aber nur 10 studieren auf Lehramt. Ein Grund: Auch in der Wirtschaft sind Informatiker gefragt. Hier können die Studenten mit Anfangsgehältern rechnen, die teilweise drei Mal so hoch ausfallen wie an der Schule.

Auch die Forschung kommt einigen Studenten an der Schule zu kurz.

Wer auf dem neuesten Niveau mitmischen möchte, fühlt sich in der Wirtschaft besser aufgehoben. Didaktik-Studenten müssen an der Uni teilweise die gleichen Vorlesungen, Seminare und Prüfungen absolvieren wie die Fachstudenten. An Mathematik kommt man in Bayern meist nicht vorbei. Das Fach hat aber extrem hohe Durchfallquoten. Das schreckt zusätzlich junge Menschen ab, die sich ansonsten vorstellen könnten, das Informatik-Lehramtsstudium zu wählen.

Lösungen für das Nachwuchsproblem werden gesucht.

Einige hoffen darauf, dass sich durch einen größeren Informatikanteil am Unterricht mehr Mädchen für das Fach begeistern lassen. Denn Mädchen wählen im Verhältnis zu Jungen häufiger den Lehrerberuf.

Bildungsreport 2017/2018 Format: PDF Größe: 1,54 MB


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