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Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad Wie wollen wir in Zukunft wohnen?

In Weimar startete im Oktober 2017 das Projekt »Wohnen der Zukunft« unter dem Titel »Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad«. Sechs Monate lang kreieren Studierende der Bauhaus-Universität Ideen für den Umbau einer Altbau-Wohnung. Campus Magazin schaut bei ihnen vorbei. Das Projekt läuft noch bis Ende 2021.

Von: Anette Orth und Annnekathrin Wetzel

Stand: 16.05.2018

Die Studierenden beschäftigten sich unter anderem mit den Fragen: Wie sieht das Wohnen der Zukunft aus? Was können Stadt- und Raumplanung, sowie Architektur gemeinsam mit den Menschen vor Ort unternehmen, damit der Raum, der uns gehört, auch künftig lebenswert bleibt?

Es ist eine Kooperation der Thüringer Aufbaubank, der Bauhaus-Universität Weimar und der Weimarer Wohnstätte GmbH unter der Schirmherrschaft des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft.

"Das Besondere an diesem Projekt ist, dass wir etwas konzipieren, das dann auch tatsächlich umgesetzt wird."

Eva Bretsch, Studentin für Urbanistik an der BUW

Das Projekt wurde von der Thüringer Aufbaubank (TAB) initiiert, als sie im Frühjahr 2017 mit der Idee auf die Fakultät Architektur und Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar (BUW) zukam, gerne gemeinsam etwas zum Thema "Wohnen der Zukunft" zu machen. Daraufhin haben die vier beteiligten Professuren der Fakultät Architektur und Urbanistik, das Projekt gemeinsam konzipiert, um der Komplexität des Themas durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit besser gerecht werden zu können.

"Es ist so ein komplexes Thema. Viele denken zuerst an Digitalisierung und Smarthomes, aber wir haben als Gruppe schnell gemerkt, dass es uns vielmehr um das Zusammenleben der Menschen geht und um die Frage: wie können die Bewohner in der Nachbarschaft Gemeinschaft erleben?"

Eva Bretsch, Studentin für Urbanistik an der BUW

13 Bewerber von Studierenden wurden ausgewählt und bildeten 5 Gruppen, die sich mit dem Thema ganz individuell auseinandersetzten.

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Weimarer Wohnstätte (WWS) kam mit ins Boot, als es darum ging, eine leerstehende Wohnung zu finden, in der sich das Projekt realisieren lässt. Schließlich konnte das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) als Schirmherr gewonnen werden, welches die Weichen für die Wohnraumförderung auf politischer Ebene stellt.

Die Koordinatoren, die mit den 13 Studierenden direkt gearbeitet haben, sind Jessica Christoph, die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Entwerfen und Wohnungsbau, und Carsten Praum, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Stadtplanung. Sie haben sich über vier Monate hinweg jeden Donnerstag zu gemeinsamen ganztägigen Sitzungen in der Wohnung getroffen. Darüber hinaus gab es auch eine Exkursion nach Berlin und einen Lichtworkshop. Die erste Phase des Wohnungsprojektes mündete Mitte Februar mit einer zweitägigen Ausstellung in der Wohnung, in der die fünf Beiträge der Studierenden vorgestellt wurden.

Laufzeit und Phasen des Projekts

Das Lehrforschungsprojekt "Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad" hat eine Gesamtlaufzeit von 51 Monaten (bis Dezember 2021) und unterteilt sich in folgende Phasen:

  • Phase 1: Lehrprojekt „Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad. Entwerferische und urbanistische Perspektiven auf das Wohnen“
  • Phase 2: Entscheidungsfindung, Umbau der Wohnung und Auswahl der Bewohner
  • Phase 3: Begleitforschung

Wer sitzt alles mit im Boot des Wohnprojektes?

Das Wohnprojekt hat viele Mitstreiter. Von Seiten der Bauhaus-Universität Weimar wird es durch folgende ProfessorInnen betreut:

Vom Fachbereich Architektur:

  • Professur Bauformenlehre mit Prof. Dipl.-Ing. Dipl.-Des. Bernd Rudolf
  • Professur Entwerfen und Wohnungsbau mit Prof. Dipl.-Ing. Verena von Beckerath

Vom Fachbereich Urbanistik:

  • Professur Raumplanung und Raumforschung mit Prof. Dr. Max Welch Guerra
  • Professur Stadtplanung mit Prof. Dr. Barbara Schönig

Jetzt befindet sich die Jury gerade am Ende der Entscheidungsfindung. Von Ende Februar bis Anfang April haben sie die Beiträge der Studierenden auf Ebene der Professuren zunächst noch einmal in Ruhe gesichtet und halbwegs vergleichbar aufbereitet. Daran anschließend haben sie die Ideen der Studierenden verdichtet, was zu drei Optionen führte. Die Projektpartner müssen nun entscheiden, welche Elemente aus den Konzepten der Studierenden umgesetzt werden.


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