ARD-alpha - Campus


6

Tutorial Doktorarbeit Wie geht richtig Promovieren?

Zum Promovieren braucht man vor allem eines: Leidenschaft. Denn im Schnitt dauert eine Doktorarbeit in Deutschland viereinhalb Jahre. Was Ihr wissen solltet, wenn Ihr überlegt zu promovieren.

Von: Friederike Kühn

Stand: 18.06.2018

Gut dreihunderttausend Studierende wagen jedes Jahr in Deutschland den langen, mühevollen Weg zum Doktortitel, nie waren es mehr. Jeder Zweite Promovend kommt dabei in die Krise und denkt ans Aufhören. Das ergab eine Befragung des Instituts für Hochschulentwicklung (HIS). Kein Wunder, denn für eine Doktorarbeit braucht man einen langen Atem, Selbstdisziplin, denn es gibt keine Deadline, und ein wirkliches Interesse an der Forschung.

"Die Doktoranden haben nicht mehr das enge Korsett eines Studiums, wo sie wissen, sie müssen Prüfungen ablegen, sie müssen Fristen einhalten. Sie haben drei oder vier Jahre frei zur Verfügung. Sie müssen sich selbst motivieren – auch, wenn die Betreuer da sind, um in Zeiten der Krise ein bisschen aufzumuntern. Eigentlich sollte man die Motivation selbst haben, wissen, man will vorankommen, man will vielleicht eine akademische Karriere anstreben und dann sollte man in der Lage sein, selbständig zu arbeiten und das regelmäßig."

Privatdozentin und Doktormutter Alessia Bauer, LMU München

Für Sophie Heier ist der gute Kontakt zu ihrer Doktormutter wichtig. Seit einem halben Jahr promoviert sie in Skandinavistik. Ihr Thema: Die Runen der Wikinger. Dass sie mehr arbeiten muss als andere, macht ihr nicht so viel aus. Schließlich hat sie aus reiner Leidenschaft für ihr Fach entschlossen, eine Doktorarbeit zu schreiben.

"Ich wollte schon immer promovieren. Das Studieren hat mir immer wahnsinnig viel Spass gemacht, zu forschen und sich in ein Thema richtig einzuarbeiten, sich selber Gedanken zu machen und auf irgendeinen Punkt zu kommen."

Sophie Heier, Doktorandin LMU München

Ferdinand Vgelgsang beim Experimentieren im Labor

Sophies Traum: In die Wissenschaft gehen. Professorin werden, das würde ihr Spaß machen. Allerdings weiß sie: Die Stellen an der Uni in den Geisteswissenschaften sind rar. Sich über seine Motivation im Klaren zu sein, ist bei so einem langen Projekt wie einer Doktorarbeit wichtig. Ferdinand Vogelgsang weiß wie anstrengend promovieren sein kann. Seit drei Jahren sitzt der Chemieingenieur an seiner Doktorarbeit, experimentiert im Labor und wertet Daten aus.

"Es fordert einen physisch, durch die Anwesenheit im Labor, durch die Arbeit, die praktisch getan werden muss, aber auch geistig, weil man natürlich die ganze Zeit im Hinterkopf hat, ich möchte was Vernünftiges produzieren, ich möchte das gut analysieren und später auch publizieren. Und wenn man abends aus dem Labor geht und was nicht geklappt hat, dann hängt das einem nach. Und man muss dann versuchen, da wieder rauszukommen."

Ferdinand Vogelgsang, Doktorand TU München

Krisen, Rückschläge, Irr- und Umwege sind normal. Um diese intensive Zeit durchzustehen, ist Hartnäckigkeit wichtig und die generelle Freude an der Sache, so Ferdinand:

"Das Interesse muss da sein, wirklich etwas zu entwickeln und was Neues zu finden. Daran muss man am Ende Spaß haben." Ferdinand Vogelgsang, Doktorand TU München

Was Ihr wissen solltet, wenn ihr Euch überlegt zu promovieren:


6