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Tipps von der Beratungsstelle des Studentenwerks Oberfranken Weniger Smartphone, mehr positives Erleben

Immer mehr Studierende holen sich Unterstützung von psychologischen Beratungsstellen an ihrer Uni. Sie kommen mit Prüfungsängsten, Lernproblemen, sozialen Ängsten, Depression, Erkrankung, Geldproblemen oder Problemen im sozialen Umfeld wie Familie und Freunde. Und was dann? Tipps von der Beratungsstelle des Studentenwerkes Oberfranken.

Von: Vera Cornette

Stand: 24.01.2020

Wer hier Hilfe sucht, muss geduldig sein. Die Wartezeit auf einen Termin bei den beiden Psychologen ist bis zu sechs Wochen. „Seit ich vor fünf Jahren hier angefangen habe, ist die Nachfrage immer weiter gestiegen“, sagt Barbara Grüninger-Frost. Zusammen mit ihrem Kollegen Florian Hammon ist sie für gut 25000 Studierende an sechs Hochschulen zuständig. Eine dritte Kollegin soll das Team bald verstärken bei den Einzel- und Gruppengesprächen.

Im ständigen Vergleichsmodus

Barbara Grüninger-Frost, Beratungsstelle des Studentenwerks Oberfranken

Grund und Auslöser für den steigenden Beratungsbedarf so Grüninger-Frost, sei nicht unbedingt die Umstellung auf das Bachelor-Master-System und dass jede Note zähle, sondern der ständige Vergleich in den Sozialen Medien. „Dort wird nicht nur die Leistung, sondern auch die Nicht-Leistung verglichen“, so die Psychologin. Das permanente Sichtbarmachen und Sichtbarsein, die ständige Verfügbarkeit bereite vielen Studierenden Probleme. Sie empfiehlt deshalb: Wer sich überfordert, gestresst und unkonzentriert fühlt, solle notieren, wie viel Zeit er/sie mit dem Smartphone verbringe. Und dann den Umgang mit dem Handy bewusster gestalten und es unbedingt beim Lernen weglegen.

Florian Hammon, Beratungsstelle des Studentenwerks Oberfranken

Florian Hammon unterstreicht die Bedeutung von Ruhe- und Erholungspausen. Um zu verhindern, dass man in Lern- und Lebenskrisen rutsche, müsse man darauf achten, möglichst ausgewogen alle Lebensbereiche zu pflegen. Für den körperlichen Bereich sei Sport ein guter und wichtiger Ausgleich. Im sozialen Bereich sei es wichtig Freundschaften zu pflegen, ehrenamtliches Engagement gebe Sinn und Befriedigung. „Man sollte auch den mentalen Bereich nicht unterschätzen: Die Kraft der Gedanken haben massiven Anteil daran, ob wir uns gut oder schlecht fühlen“, sagt Hammon.

Wald baden und ausreichend Schlaf

Hammons praktischer Tipp – der im Prinzip für jeden gilt – ein Positivtagebuch: Allabendlich nimmt man sich ein paar Minuten Zeit, notiert, was den Tag über gut gelaufen ist, was einen gefreut hat. „Das stimmt auch gut für die Nacht ein und man schläft entspannter“, so Psychologe Hammon.

Michaela Schubert, Enstpannungspädagogin

Für Entspannungspädagogin Michaela Schubert kommt es auf den richtigen Umgang mit Zeit an: „Wer seinen Tag nur zu 60 Prozent füllt und die restlichen 40 Prozent für Unwägbarkeiten frei lässt, der kommt erst gar nicht groß in Stress.“ Ihre goldenen Regeln: Drei Mal die Woche mindestens 30 Minuten an die frische Luft, dazu acht bis neun Stunden schlafen – das sei die beste Krisen-Prävention. Zusätzlich könne man Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Achtsamkeitbasierte Stressreduktion erlernen. Viele dieser Kurse würden über die Studentenwerke oder den Hochschulsport angeboten.

Und ganz wichtig: Auf keinen Fall nur auf die Uni konzentrieren!


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