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Prof. Dr. Winfried Petry Mit Neutronen die Welt erforschen: Auf der Suche nach dem Wissen von morgen

Neutronen ermöglichen den Blick ins Innere – des menschlichen Körpers, aber auch ins Innere von Maschinen, Motoren oder Batterien.

Stand: 07.11.2015

Als kleinste Teilchen kann man Neutronen sowohl als Welle (also wie Licht) als auch als Teilchen (also wie ein Atom) betrachten. Röntgenstrahlung wird vor allem von schweren Atomen absorbiert – daher sieht man das Kalzium der Knochen ziemlich gut, während man die leichten Atome des Weichgewebes nur als graue Schleier wahrnehmen kann. Neutronenstrahlung reagiert vor allem auf leichte Atome wie Wasserstoff, der in den organischen Molekülen beispielsweise des Lungengewebes in großen Mengen enthalten ist. Während man mit Bleifolien Röntgenstrahlung gut abschirmen kann, durchdringt Neutronenstrahlung Metalle ganz gut. Man kann also beispielsweise in eine Batterie hinein schauen und das Lithium (leichtes Atom) beobachten oder durch den Motorblock eines laufenden Automotors.

Winfried Petry ist Ordinarius am Lehrstuhl für Funktionelle Materialien des Physik-Departments, wissenschaftlicher Direktor der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) und wissenschaftlicher Direktor am Heinz Maier-Leibnitz Zentrum (MLZ) der Technischen Universität München. Er ist Betreuungsprofessor des Physik Departments für die Bayerische Elite-Akademie sowie Leiter des Prüflabors für Technische Physik.


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