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Dr. Anja Worrich Wie können wir Chemikalien sicherer machen?

Dr. Anja Worrich vom Department für Umwelt- und Biotechnologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig geht der Frage nach, wie Chemikalien sicherer werden können.

Stand: 09.07.2019

Unsere Gesellschaft entwickelt, produziert, verwendet und verteilt Chemikalien in enormer Vielfalt und Menge – heute und in der Zukunft. Sie sind Rohstoffe, Wirkstoffe und Produkte und gehören wie selbstverständlich zu unserem Alltag. Ein Verzicht würde eine drastische Verschlechterung unserer Lebensbedingungen mit sich bringen.

Allerdings haben Chemikalien auch das Potenzial, unsere Umweltsysteme und die Menschen kritisch zu belasten, denn sie werden großräumig in der Umwelt verteilt. Das potenzielle Risiko von chemischen Stoffen für Mensch und Umwelt gerät immer wieder in das Blickfeld öffentlicher Debatten, denken wir nur an die Schlagzeilen zu Stickoxiden, Fipronil und Glyphosat.

Doch wie können wir Chemikalien zukünftig so entwickeln und handhaben, dass sie keine Gefahr oder Belastung für Mensch und Umwelt darstellen? Um die Entwicklung einer „grünen Chemie“ zu fördern müssen wir die Stoffdynamik und die Wirkung von Chemikalien in biologischen und ökologischen Systemen und ihre gesellschaftliche Nutzung besser verstehen, um ihre Anwendung schon im Design, Produktions- und Vermarktungsprozess klug zu steuern.

Anja Worrich (Jahrgang 1987) studierte Biotechnologie und promovierte 2017 in Mikrobiologie an der Universität Leipzig und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung  (UFZ). Anschließend war sie als Postdoktorandin am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) tätig und arbeitet inzwischen wieder am UFZ. 2018 wurde sie für den Artikel „Eine starke Allianz“ mit dem Klartextpreis für Wissenschaftskommunikation der Klaus-Tschira-Stiftung ausgezeichnet. Derzeit beschäftigt sie sich vor allem mit dem mikrobiellen Abbau von Chemikalien und der Ausbildung und Überdauerung von Antibiotikaresistenzen in der Umwelt.


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