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Prof. Dr. med. Erika von Mutius Der Bauernhof: Schutz vor Allergien und Asthma bei Kindern

Das bäuerliche Umfeld trainiert das Immunsystem. Kinder, die im Kuhstall spielen, leiden seltener unter Allergien und Asthma.

Stand: 06.02.2020

Diesen Bauernhof-Effekt konnte die Kinderärztin und Allergologin Erika von Mutius von der LMU München in Zusammenarbeit mit anderen Forschern nachweisen. Demnach kommen Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, mit besonders vielen Zellwand-Bestandteilen verschiedener Bakterien - sogenannten Endotoxinen - in Kontakt, die sie mit dem Staub einatmen. Das regt die kindliche Immunabwehr an und beugt späteren Fehlreaktionen des Immunsystems vor wie bei allergischem Asthma. Es entsteht, weil das Immunsystem durch eingeatmete Allergene wie Hausstaubmilben überreagiert und eine Signalkaskade in Gang setzt, die letztlich zur zur chronischen Entzündung der Atemwege führt.

Allergisches Asthma beruht auf einem komplexen Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen. Im Rahmen einer neuen Studie, an der auch Mutius beteiligt war, konnte ein internationales Forscherteam nun nachweisen, dass das Enzym A20 eine entscheidende Rolle spielt – und dass eine bestimmte Mutation die Anfälligkeit für Asthma beeinflusst.

Dr. med. Erika von Mutius ist Professorin für Pädiatrische Allergologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Leiterin der Asthma- und Allergieambulanz des Haunerschen Kinderspitals. Für Ihre Forschung zur Entstehung von Allergie und Asthma erhielt sie 2014 den Leibniz-Preis.


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