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Studiengang Sozioinformatik Brückenbauen zwischen Algorithmen und Gesellschaft

Wer gerne Programmcodes schreiben möchte, die ethisch korrekt sind und wer verstehen will, wie die sogenannte Künstliche Intelligenz funktioniert und was also selbstlernende Algorithmen in der Gesellschaft bewirken können, ist im Studienfach Sozioinformatik an der TU Kaiserslautern richtig.

Von: Monika Haas

Stand: 26.12.2019

Noch ist das junge Fachgebiet ein Geheimtipp. Der dreijährige Bachelorstudiengang an der Technischen Universität Kaiserslautern gibt Studierenden einen Einblick in die Informatik, sowie Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Ethikkurse und die Realisierung eigener Softwareprojekte runden das Profil einer praxisorientierten universitären Ausbildung ab.

"Der Studiengang beschäftigt sich mit der Frage: Wie Software sich auswirkt auf Individuen, auf Organisationen und die Gesellschaft als Ganzes."

(Prof. Dr. Katharina Zweig, Studiengangleiterin)

Fake News und Datenmissbrauch verstehen und verhindern

In Kaiserslautern hat die Expertin für künstliche Intelligenz - das bedeutet vollautomatisierte selbstlernende Systeme - ihren Studiengang aufgebaut und entwickelt ihn weiter. Das Studienangebot ist weltweit einzigartig. Fundierte Programmierkenntnisse werden vermittelt, als Voraussetzung, um Funktion und Auswirkung von Programmcodes kritisch zu hinterfragen. Studierende lernen neue Programme zu entwickeln, die u.a. den Schutz der Persönlichkeitsrechte, Datenschutz oder Informationsfreiheit als gleichrangig zu beispielsweise Verkaufszielen oder Klickzahlen definieren. Die Studierenden integrieren das dann von Anfang an in ihre IT-Anwendungen. So haben bereits die Bachelorabsolventen berufliche Perspektiven im IT-Bereich, in der Wirtschaft, Politikberatung und in der Bildung.

"Weshalb das mich so besonders bewegt ist, aktuell fühlen sich die Menschen oft machtlos gegenüber der Informationstechnologie die, im Einsatz ist. Deshalb will ich über Software aufklären und die Chancen und Gefahren von Programmen."

(Yasmina, Bachelorstudentin)

Softwareexperten als Demokratie-Schützer

Großen Wert legt der Studiengang auf Eigeninitiative und gesellschaftliches Engagement. Tutorien, Vortragsreisen an andere Universitäten, Publikationen in Fachblättern - dazu werden bereits die Bachelorstudierenden ermutigt. Wer sich für das innovative Fachgebiet Sozioinformatik begeistert, kann einen konsekutiven zweijährigen Master anschließen, der die einzelnen Fachbereiche weiter vertieft und eigene Projekte zum Ziel hat:

"Dadurch grenzt sich das Ganze vom normalen Programmieren ab, dass wir uns auch über die Folgen der Technik, die wir selbst bauen, Gedanken machen."

(Marlon, Masterstudent)

Vom virtuellen E-Sportstadion, das einen barrierefreien Zugang für alle Nutzer zu Sportveranstaltungen und Informationen anbietet, über die Entwicklung interaktiver Lehrmaterialien für Schulen, die Überarbeitung diskriminierender IT-Anwendungen im Arbeits- oder Wohnungsmarkt oder Projektmanagement in Unternehmen - die Möglichkeiten, eigene Interessen in die Abschlussarbeiten einzubringen, sind vielfältig.

"Ich finde an der Sozioinformatik sehr faszinierend eben, dass es so breit gefächert ist."

(Jana, Masterstudentin)

Da IT-Kurse, Rechtsvorlesungen, Ethik und Soziologie in der Sozioinformatik kombiniert werden, können Studierende auch gut ein Auslandssemester einlegen. Einzelne Teilgebiete der Sozioinformatik finden Studierende weltweit und diese werden als Module in Kaiserslautern anerkannt. Mit der Fachsprache Englisch steht Masterabsolventen auch eine wissenschaftliche Karriere in einem Forschungsbereich offen, der durch den technologischen Fortschritt an Bedeutung gewinnt.


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